Orsted Aktie: Milliarden auf dem Spiel

Der dänische Windkraftkonzern Orsted klagt gegen einen Baustopp für seine US-Offshore-Projekte. Das Urteil am 12. Januar hat immense finanzielle Folgen für das Unternehmen.

Felix Baarz ·
Orsted Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Entscheidung über Baustopp für zwei US-Windparks
  • Hohe Verzögerungskosten bedrohen Wirtschaftlichkeit
  • Aktienkurs reagierte bereits heftig auf Konflikt
  • Unterstützung von US-Bundesstaaten für Orsted

Der kommende Montag wird für den dänischen Windenergie-Riesen zur Zerreißprobe. Im Streit um gestoppte US-Projekte im Wert von rund zehn Milliarden Dollar steht Orsted vor einem entscheidenden Gerichtstermin gegen die Trump-Regierung. Kann das Unternehmen den Bau seiner Windparks vor Gericht erzwingen oder droht durch den politischen Gegenwind ein finanzielles Desaster?

Showdown vor Gericht

Am Montag, den 12. Januar, entscheidet Bundesrichter Royce Lamberth in Washington D.C., ob die Bauarbeiten an den beiden Offshore-Projekten Revolution Wind und Sunrise Wind wieder aufgenommen werden dürfen. Orsted wehrt sich juristisch gegen die am 22. Dezember verhängte Aussetzung der Pachtverträge durch die US-Behörden.

Die Dänen argumentieren, dass der Baustopp rechtswidrig sei und massive Schäden verursache. Die Projekte hätten nach jahrelangen Prüfungen alle notwendigen Genehmigungen erhalten. Orsted hat seine Klagen mittlerweile ausgeweitet und geht sowohl für das Joint Venture Revolution Wind als auch für das vollständig eigene Projekt Sunrise Wind rechtlich vor.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die finanzielle Dringlichkeit ist immens. Revolution Wind ist bereits zu rund 87 Prozent fertiggestellt; 58 von 65 Turbinen sind installiert. Doch der Stillstand kostet ein Vermögen. Analysten von Bernstein schätzen, dass jede Woche Verzögerung Kosten von etwa 70 Millionen Dollar pro Gigawatt verursacht. Bei einer Gesamtkapazität von 1,6 Gigawatt verbrennt der Konzern somit rasant Kapital.

Noch kritischer ist der vertragliche Zeitdruck. Sollte Revolution Wind nicht bis zum 31. Dezember 2026 Strom liefern, könnten die Energieversorger laut Medienberichten das Recht haben, ihre langfristigen Abnahmeverträge zu kündigen. Dies würde die wirtschaftliche Basis des Projekts, das 350.000 Haushalte versorgen soll, fundamental gefährden.

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Politische Fronten und Marktreaktion

Der Kurs der Orsted-Aktie reagierte bereits heftig auf den Konflikt: Nach der Bekanntgabe des Baustopps im Dezember brach das Papier um 13 Prozent ein, konnte sich nach Einreichen der Klage jedoch leicht um 4 Prozent erholen. Hoffnung schöpfen Anleger aus der Vergangenheit, denn Richter Lamberth hatte bereits im September 2025 einen vorherigen Baustopp für rechtswidrig erklärt.

Unterstützung erhält Orsted von den Generalstaatsanwälten aus Connecticut und Rhode Island, die ebenfalls Klage eingereicht haben. Sie warnen vor explodierenden Energiekosten für die Verbraucher durch die Blockadehaltung der Trump-Administration, die Sicherheitsbedenken als Grund für die 90-tägige Suspendierung anführt.

Das Urteil am Montag dürfte die kurzfristige Zukunft des Unternehmens maßgeblich prägen. Citi-Analysten betonen die Wichtigkeit des US-Geschäfts für das Wachstumspotenzial der Aktie. Klarheit über die finanziellen Auswirkungen wird spätestens der Geschäftsbericht am 6. Februar 2026 liefern, wenn das Management die Bücher für das abgelaufene Jahr öffnet.

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Orsted Aktie

19,05 EUR

– 0,07 EUR -0,37 %
KGV 74,90
Sektor Versorgungsunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 188,98 Mrd. EUR
ISIN: DK0060094928 WKN: A0NBLH

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