Ørsted Aktie: Wichtiger Sieg vor Gericht

Ein US-Gericht beendet den rechtswidrigen Baustopp für Ørsteds Offshore-Projekt Revolution Wind. Der teure Stillstand kostete täglich Millionen, doch politische Risiken bleiben bestehen.

Kurz zusammengefasst:
  • US-Gericht hebt Baustopp für Revolution Wind auf
  • Stillstand verursachte 1,44 Millionen Dollar Tageskosten
  • Aktie legt nach Urteil um fast fünf Prozent zu
  • Ratingagentur Moody's senkt Ausblick auf negativ

Der dänische Windkraftriese Ørsted befindet sich im Zentrum einer harten Auseinandersetzung mit der US-Regierung, konnte nun jedoch einen entscheidenden juristischen Erfolg verbuchen. Ein US-Gericht hob den verhängten Baustopp für ein wichtiges Offshore-Projekt auf und bezeichnete das Vorgehen der Behörden als rechtswidrig. Für die stark unter Druck geratene Aktie bedeutet dies ein erstes Aufatmen, doch die politischen Risiken bleiben bestehen.

Richter beendet teuren Stillstand

Am 12. Januar gab Richter Royce Lamberth vom US-Bezirksgericht in Columbia grünes Licht für die Wiederaufnahme der Arbeiten am Projekt „Revolution Wind“. In seiner Begründung nannte das Gericht die Anordnung des US-Innenministeriums „willkürlich und launisch“ („arbitrary and capricious“) sowie einen Verstoß gegen Bundesrecht.

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Diese Entscheidung ist von enormer finanzieller Tragweite. Der Baustopp verursachte Kosten von mindestens 1,44 Millionen Dollar pro Tag. Das Projekt, ein Joint Venture mit Global Infrastructure Partners, ist bereits weit fortgeschritten:
* Rund 5 Milliarden Dollar wurden bereits investiert.
* Der Fertigstellungsgrad liegt bei etwa 87 Prozent.
* 58 von 65 Turbinen sind bereits installiert.
* Die Offshore-Fundamente und Kabelverbindungen sind komplett fertiggestellt.

Kursreaktion und Marktumfeld

Anleger reagierten erleichtert auf die Nachricht. Die Ørsted-Aktie legte nach dem Urteil um 4,9 Prozent zu. Angesichts eines Kursverfalls von über 61 Prozent im vergangenen Jahr ist dies ein notwendiges Signal der Stabilisierung.

Rückenwind erhält die Branche auch durch weitere Urteile: Gestern, am 16. Januar, erwirkte Dominion Energy eine ähnliche Verfügung zur Wiederaufnahme seines Projekts in Virginia. Auch Equinor konnte sich am Donnerstag juristisch durchsetzen. Dies deutet auf ein Muster hin, bei dem die Versuche der Trump-Regierung, Offshore-Windprojekte pauschal zu blockieren, vor Gericht scheitern.

Warnsignale von Moody’s

Trotz der Erfolge im Gerichtssaal bleibt die Lage fragil. Die Ratingagentur Moody’s senkte den Ausblick für Ørsted am 13. Januar von „stabil“ auf „negativ“. Die Analysten begründen dies mit dem erhöhten Risiko, dass anhaltender politischer Widerstand in den USA die Fertigstellung der Projekte weiterhin behindern könnte.

Zudem steht eine Entscheidung für das Projekt „Sunrise Wind“ noch aus. Auch hier hat Ørsted eine einstweilige Verfügung beantragt, da der dortige Stillstand täglich über eine Million Dollar kostet. Analysten von Jefferies rechnen zeitnah mit einem Gerichtstermin.

Strategische Anpassungen

Hinter den Kulissen prüft das Management offenbar drastische Schritte, um die Abhängigkeit von westlichen Lieferketten zu verringern. CEO Rasmus Errboe enthüllte Überlegungen, unter dem internen Namen „Project Dragon“ künftig auch chinesische Turbinen in Betracht zu ziehen. Dabei sollen Qualität und technische Reife gegen mögliche regulatorische Risiken abgewogen werden.

Gleichzeitig bereinigt der Konzern seine Bilanz: Ørsted kündigte an, eine Anleihe über 700 Millionen Euro vorzeitig zum 2. Februar zurückzuzahlen, um Zinslasten zu optimieren.

Die gerichtliche Aufhebung des Baustopps bei „Revolution Wind“ sichert Milliardeninvestitionen ab und verhindert einen Totalverlust des Projekts. Für die weitere Kursentwicklung ist nun entscheidend, ob das Unternehmen auch für „Sunrise Wind“ eine schnelle Freigabe erwirken kann und wie sich die operative Marge angesichts der politischen Verzögerungen entwickelt.

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