Ottobock trennt sich von seiner Rollstuhlsparte in Thüringen und setzt damit einen strategischen Schlussstrich unter ein Geschäftsfeld, das nicht mehr zum margenstarken Kernportfolio passt. Warum trennt sich der Medizintechnik-Spezialist ausgerechnet jetzt von diesem Traditionsbereich? Die Antwort liegt in einer konsequenten Neuausrichtung auf hochprofitable Segmente, auch wenn der Kapitalmarkt zuletzt skeptisch reagierte.
Abschied vom Standort Königsee
Der Verkauf der Sparte am Standort Königsee ist bereits in vollem Gange. Das Unternehmen führt aktive Gespräche mit mehreren Interessenten und strebt an, die rund 270 Arbeitsplätze sowie den Standort dauerhaft zu sichern. Ein vollständiger Abschluss der Transaktion ist bis spätestens Mitte 2027 vorgesehen.
Finanzvorstand Arne Kreitz ordnet den Schritt in eine größere Strategie ein: Das Rollstuhlgeschäft zählt nicht länger zum Kerngeschäft. Damit markiert die geplante Veräußerung bereits die vierte Devestition von insgesamt fünf Bereichen, die seit 2022 zur Disposition standen. Drei Sparten wurden bereits erfolgreich verkauft oder abgewickelt.
Rekordjahr trifft auf vorsichtigen Ausblick
Die Entscheidung zur Portfoliobereinigung fällt in eine Phase operativer Stärke. Das Geschäftsjahr 2025 verlief für das Kerngeschäft mit Prothesen und Orthesen äußerst erfolgreich. Ein organisches Wachstum von 10,6 Prozent trieb den Umsatz in diesem Bereich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Besonders die starke Nachfrage nach mikroprozessorgesteuerten Systemen in den USA und Japan stützte dieses Ergebnis.
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Trotz dieser Rekordwerte zeigt sich die Aktie unter Druck. Ein Grund dafür ist der Ausblick auf das laufende Jahr 2026: Mit einem prognostizierten organischen Umsatzwachstum von 5 bis 8 Prozent liegt die Messlatte für einige Anleger offenbar zu niedrig. In der Folge gab das Papier nach und notiert mit einem Schlusskurs von 57,05 Euro nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 55,80 Euro.
Weichenstellung für die kommenden Jahre
Die Konzernführung lässt sich von der kurzfristigen Kursentwicklung jedoch nicht beirren. Bis zum Jahr 2029 strebt Ottobock eine operative Marge von bis zu 30 Prozent an. Die aktuelle Trennung von weniger profitablen Randbereichen gilt als notwendige Voraussetzung, um dieses Ziel zu erreichen. Die Bilanz wurde zuletzt durch einen gestiegenen Free Cashflow von 228 Millionen Euro stabilisiert, was den finanziellen Spielraum für den weiteren Umbau vergrößert.
Zusätzliche Details zur operativen Entwicklung und dem Fortschritt der Verkaufsgespräche werden am 19. März 2026 erwartet. Dann veröffentlicht das Unternehmen seinen vollständigen Geschäftsbericht. Für Anleger wird entscheidend sein, ob die Unterstützung beim Jahrestief von 55,80 Euro hält oder ob der strategische Umbau zunächst weitere Kursabschläge verkraften muss.
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