Ottobock Aktie: Marge zieht deutlich an
Ottobock übertrifft mit Halbjahreszahlen eigene Ziele: Umsatz und Marge im Kerngeschäft steigen, Konzerngewinn verdoppelt sich. Aktie legt deutlich zu.

Kurz zusammengefasst
- Marge steigt auf 25,3 Prozent
- Konzerngewinn verdoppelt sich
- EMEA-Wachstum treibt Umsatz
- Jahresprognose nach oben angehoben
Ottobock legt Zahlen vor, die selbst hausinterne Ziele übertreffen. Der Prothesenhersteller wächst nicht nur, er wird dabei spürbar profitabler — und das reicht der Aktie am Donnerstag zu einem Kurssprung auf 60,70 Euro.
Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz im Kerngeschäft um 7,7 Prozent auf 818,5 Millionen Euro, organisch legte das Geschäft um 6,7 Prozent zu. Bemerkenswerter ist die Ertragsseite: Das bereinigte EBITDA im Kerngeschäft kletterte um 18,1 Prozent auf 207,0 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich um 2,2 Prozentpunkte auf 25,3 Prozent. Der Konzerngewinn mehr als verdoppelte sich auf 67,3 Millionen Euro, nach 28,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
EMEA zieht, Americas bremst
Die Region EMEA war der klare Wachstumstreiber: Der Umsatz stieg um 12,2 Prozent auf 610,2 Millionen Euro, getragen von zweistelligem Wachstum im B2B-Geschäft und den Zukäufen Matton sowie Blatchford Norway. In Americas dagegen sanken die Erlöse um 5,1 Prozent auf 155,8 Millionen Euro — vor allem wegen des schwächeren US-Dollars. Immerhin beschleunigte sich das organische Wachstum dort im zweiten Quartal, in den USA selbst legte das Geschäft organisch um 4,0 Prozent zu.
Operativ bleibt Ottobock auf Einkaufstour. Neben der Investition in Blue Arbor Technologies im Bereich Mensch-Maschine-Schnittstelle und der im Juli unterzeichneten Übernahme von Fesia Technology baut das Unternehmen sein Versorgungsnetzwerk in Norwegen aus. Parallel dazu trennt sich der Konzern von seinem Rollstuhlgeschäft „Human Mobility“ — ein weiterer Schritt der Portfoliobereinigung hin zu margenstärkeren Segmenten. Der Verschuldungsgrad stieg durch die Zukäufe auf das 2,5-fache des EBITDA, nach dem 2,3-fachen zum Jahresende 2025.
Prognose nach oben eingegrenzt
Auf Basis der guten ersten Jahreshälfte grenzt Ottobock seine Jahresprognose 2026 nach oben ein. Erwartet werden nun 6 bis 8 Prozent organisches Umsatzwachstum im Kerngeschäft, zuvor lag die Spanne bei 5 bis 8 Prozent. Bei der EBITDA-Marge im Kerngeschäft rechnet der Vorstand mit mehr als 27 Prozent, nach zuvor über 26,5 Prozent angepeilten Werten.
Am Nachmittag erläutern CEO Oliver Jakobi und CFO Arne Kreitz die Zahlen in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren. Der nächste reguläre Termin folgt am 12. November mit der Quartalsmitteilung für die ersten neun Monate 2026 — dann dürfte sich zeigen, ob sich das beschleunigte Wachstum in Americas fortsetzt.
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