Palantir Aktie: 22 Prozent Minus trotz 85-Prozent-Wachstum
Trotz Rekordumsatz und hoher Marge fällt die Palantir-Aktie. Steigende US-Renditen belasten die Bewertung des Softwarekonzerns.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt um 85 Prozent
- US-Firmenkundengeschäft wächst stark
- Nettogewinn erreicht 870 Millionen Dollar
- Hohe Bewertung bleibt Risikofaktor
Rekordwachstum, hohe Margen, volle Auftragspipeline — und trotzdem fällt die Palantir-Aktie. Der Markt straft nicht das operative Geschäft ab, sondern die Bewertung. Steigende US-Renditen treffen genau jene Aktien hart, deren Gewinne weit in der Zukunft liegen.
Renditen drücken auf die Bewertung
Der jüngste US-Erzeugerpreisbericht hat den Druck erhöht. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe stieg auf 4,49 Prozent. Papiere mit sehr langer Laufzeit kletterten zeitweise über die Marke von 5 Prozent.
Für Palantir ist das mehr als ein Makrodetail. Das Unternehmen verkauft Softwareverträge mit wiederkehrenden Erlösen. Ein großer Teil des Werts hängt also an erwarteten Cashflows der kommenden Jahre.
Steigen die Renditen, steigt auch der Abzinsungsfaktor für diese künftigen Gewinne. Die Folge: Selbst starke Wachstumszahlen rechtfertigen nicht mehr automatisch hohe Bewertungsmultiplikatoren.
Am Donnerstag notierte die Aktie bei 111,28 Euro, nur leicht über dem Vortag. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 22,24 Prozent. Zum gleitenden 200-Tage-Durchschnitt fehlen rund 20 Prozent.
Operativ läuft es stark
Die Quartalszahlen zeigen ein anderes Bild als der Kurs. Palantir steigerte den Umsatz im ersten Quartal auf 1,633 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 85 Prozent zum Vorjahr.
Besonders stark lief das US-Geschäft mit Firmenkunden. Dort sprang der Umsatz um 133 Prozent nach oben. Genau dieser Bereich gilt als wichtiger Beleg dafür, dass Palantir über das Regierungsgeschäft hinaus wächst.
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Auch die Profitabilität überzeugt. Der Nettogewinn stieg auf 870,5 Millionen Dollar. Die GAAP-Marge erreichte 53 Prozent und liegt damit für ein Softwareunternehmen außergewöhnlich hoch.
Die Vertragspipeline spricht ebenfalls für robuste Nachfrage. Der verbleibende Auftragswert lag bei 11,8 Milliarden Dollar und damit 98 Prozent über Vorjahr. Die noch zu erfüllenden Leistungsverpflichtungen erreichten 4,5 Milliarden Dollar.
Bewertung bleibt der Knackpunkt
Das Management hob nach dem starken Quartal die Jahresziele an. Für 2026 stellt Palantir nun rund 7,66 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Das wäre ein Zuwachs von 71 Prozent.
Trotzdem bleibt die Aktie anfällig. Palantir wird mit etwa dem 93-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Auf Basis vergangener Gewinne liegt das Multiple sogar bei rund 154.
Hinzu kommt der Wettbewerb im KI-Markt. OpenAI und Anthropic setzen große Unternehmenskunden zunehmend selbst unter Druck. Palantirs Abhängigkeit von externen KI-Modellen macht diese Debatte für den Markt noch sensibler.
Die Analysten bleiben gespalten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 183,73 Dollar. Argus hält sogar an 190 Dollar fest und verweist auf den Rücksetzer als Chance.
Kurzfristig zählt nun, ob Palantir die hochgesteckten Erwartungen weiter einlöst. Für das zweite Quartal peilt das Management knapp 1,8 Milliarden Dollar Umsatz an. Diese Marke wird zum nächsten Test für die Bewertung.
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