Palantir Aktie: 5,7 Prozent Wochenminus trotz PwC-Allianz
Palantir verliert an der Börse, während neue Partnerschaften, ein Rüstungsauftrag und kräftiges Umsatzwachstum die operative Entwicklung prägen.
Kurz zusammengefasst
- Wochenminus erreicht 5,7 Prozent
- Allianz mit PwC US erweitert
- TITAN-Auftrag über 127 Millionen Dollar
- Insiderverkäufe belasten die Stimmung
Palantir-Aktien geben am heutigen Freitag um 3,3 Prozent nach und notieren bei 151,60 Euro. Der Rückgang setzt eine Bewegung fort, die bereits am Mittwoch begonnen hatte: Damals verkauften Anleger nach einer kräftigen August-Rally Gewinne, obwohl das Nachrichtenumfeld überwiegend positiv blieb.
Auf Wochensicht steht nun ein Minus von 5,7 Prozent zu Buche, auf Jahressicht liegt die Aktie 3,5 Prozent im Minus. Zum 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro, erreicht am 3. November, fehlen der Aktie mittlerweile 16 Prozent.
Die jüngste Kursschwäche wirkt widersprüchlich, denn operativ und geschäftlich reiht sich bei Palantir Erfolg an Erfolg. Am Donnerstag verkündeten Palantir und PwC US eine Erweiterung ihrer strategischen Allianz.
Kernstück ist eine KI-native Deal-Plattform auf Basis von Foundry und AIP, die laut Unternehmensangaben Transaktionen um bis zu 50 Prozent beschleunigen und einmalige Transaktionskosten um bis zu 45 Prozent senken soll.
Die Kooperation zielt zunächst auf drei Bereiche: die Skalierung von Unternehmens-KI, die Transformation von Fusionen und Übernahmen sowie die Modernisierung von ERP-Systemen. Die Nachricht trieb den Kurs am Tag der Ankündigung um rund 7 Prozent nach oben.
Rüstungsgeschäft und neue Führungskraft stützen die Story
Bereits am Dienstag hatte das Army Contracting Command der Tochtergesellschaft Palantir USG einen Produktionsauftrag für das TITAN-Bodenstationssystem erteilt. Der Vertrag über acht neue Systeme – vier in der Advanced- und vier in der Basic-Variante – markiert den Übergang von der Prototypen- in die Serienfertigung und ist nach Unternehmensangaben rund 127 Millionen US-Dollar schwer.
Personell setzt Palantir ebenfalls ein Ausrufezeichen: Peter Zaffino, zuvor Chief Executive Officer und Executive Chairman von AIG, übernimmt zum 15. Januar 2027 die neu geschaffene Position des Global Head of Financial Services. Er soll das Wachstum im Finanzdienstleistungsgeschäft vorantreiben, das Versicherer, Banken, Vermögensverwalter und Private-Equity-Firmen umfasst. Zaffino bringt mehr als 30 Jahre Führungserfahrung in der Finanzbranche mit.
Untermauert wird der positive operative Trend von den jüngsten Quartalszahlen: Anfang August meldete Palantir für das zweite Quartal einen Umsatz von 1,935 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das US-Commercial-Geschäft wuchs sogar um 149 Prozent.
Der Gewinn je Aktie lag mit 0,41 US-Dollar deutlich über den Schätzungen von 0,28 US-Dollar. Das Unternehmen hob daraufhin seine Jahresprognose für 2026 an, unter anderem auf einen erwarteten Umsatz zwischen 8,150 und 8,158 Milliarden US-Dollar.
Insiderverkäufe und Kritiker belasten die Stimmung
Trotz der guten Nachrichtenlage mehren sich Signale, die Anleger vorsichtig stimmen. CEO Alexander Karp verkaufte am 20. August im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans 492.348 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 174,79 US-Dollar und erzielte damit rund 86 Millionen US-Dollar.
Auch Cathie Woods ARK Invest trennte sich Ende August von etwa 139.456 Palantir-Aktien im Wert von rund 26 Millionen US-Dollar und leitete das Kapital nach Medienberichten unter anderem in Block und Rocket Lab um.
Hinzu kommt Gegenwind von der Konkurrenz: Google DeepMind stellte am Mittwoch mit Gemini 3.8 Flash Cyber ein KI-Modell für Cybersicherheit im Regierungssektor vor, das über das neue Fairwind-Programm genau jene Behörden und Betreiber kritischer Infrastruktur adressiert, die zum Kerngeschäft von Palantir zählen.
Auch der bekannte Short-Seller Michael Burry bekräftigte am Mittwoch erneut seine skeptische Haltung gegenüber Palantir und kritisierte insbesondere die Bilanzierungspraxis des Unternehmens, die seiner Ansicht nach den Investoren zu viel Vertrauensvorschuss verschaffe.
Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 101 Prozent bleibt die Aktie ein Papier für risikobereite Anleger. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 130,40 Euro beträgt weiterhin 16 Prozent nach oben, was den mittelfristigen Aufwärtstrend trotz der jüngsten Rücksetzer intakt hält.
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