Palantir Aktie: 73 Verträge über 10 Millionen
Palantir meldet starkes Q2 mit 93% Umsatzwachstum und hebt Jahresprognose an. Analysten sehen trotz hoher Bewertung weiteres Kurspotenzial.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 93 Prozent
- Jahresprognose auf 8,158 Mrd. angehoben
- Vanguard und State Street stocken auf
- Kursziel im Schnitt bei 192 Dollar
Palantir Technologies hat im zweiten Quartal die Erwartungen des Marktes übertroffen und seinen Wachstumskurs im Bereich der Datenanalyse beschleunigt. Mit einem deutlichen Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr und einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,41 US-Dollar konnte das Unternehmen die Analystenprognosen schlagen. Das Papier notiert am heutigen Dienstag bei 147,96 Euro.
Rekordergebnisse im zweiten Quartal
Das Wachstum wird maßgeblich durch die Artificial Intelligence Platform (AIP) getrieben, die sowohl bei Regierungskunden als auch in der Privatwirtschaft auf reges Interesse stößt. Das Unternehmen verzeichnete im abgelaufenen Vierteljahr insgesamt 73 Vertragsabschlüsse mit einem Volumen von jeweils mindestens 10 Millionen US-Dollar. Der Quartalsumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 93 Prozent auf 1,94 Milliarden US-Dollar.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 stellt das Management nun einen Gesamtumsatz von bis zu 8,158 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Insbesondere die Dynamik im Bereich der künstlichen Intelligenz, die durch Aufträge aus dem Verteidigungssektor gestützt wird, sorgt für Optimismus. Das Unternehmen profitiert dabei unter anderem von der verstärkten Nachfrage nach hochspezialisierten Software-Lösungen innerhalb des US-Verteidigungsministeriums.
Institutionelles Interesse und Insider-Aktivitäten
Während institutionelle Schwergewichte ihre Positionen zuletzt ausbauten, zeigten sich einzelne Vermögensverwalter zurückhaltender. Den Berichten zufolge erhöhte der Branchenriese Vanguard seinen Anteil auf 215,44 Millionen Aktien.
Auch State Street stockte die Beteiligung leicht auf nunmehr 102,39 Millionen Papiere auf. Im Gegensatz dazu reduzierten Adressen wie Hedeker Wealth oder Halter Ferguson Financial ihre Bestände im zweiten Quartal teilweise deutlich.
Parallel dazu wurden nennenswerte Verkäufe aus dem direkten Umfeld des Unternehmens bekannt. Innerhalb der vergangenen 90 Tage stießen Insider insgesamt rund 1,15 Millionen Aktien ab. Zu den Verkäufern gehörte unter anderem Stephen Cohen, der im Mai über 300.000 Anteile veräußerte, sowie Shyam Sankar am 6. August. Solche Transaktionen werden am Markt oft aufmerksam verfolgt, erfolgen jedoch häufig im Rahmen langfristiger Vergütungspläne.
Analysten sehen weiteres Potenzial trotz hoher Bewertung
Marktbeobachter bewerten die aktuelle Situation des Software-Konzerns differenziert. Eine Analyse auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode sieht den fairen Wert der Aktie bei 189 US-Dollar. Dem steht jedoch ein vergleichsweise hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 137 gegenüber, womit die Aktie deutlich über dem Durchschnitt der Software-Industrie bewertet wird.
Der Konsens der Analysten lautet weiterhin auf „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 192,19 US-Dollar. Anleger blicken derzeit auf eine Aktie, die im heutigen Handel um 0,7 Prozent nachgibt.
Technisch notiert das Papier aktuell rund 25 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 118,62 Euro. Trotz der ambitionierten Bewertung bleibt die operative Dynamik durch die starke Marktposition im KI-Sektor der bestimmende Faktor für die weitere Kursentwicklung.
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