Palantir Aktie: Britischer Balanceakt

Palantir erhält einen sensiblen Vertrag von der britischen Finanzaufsicht, stößt aber auf politischen Widerstand und Datenschutzbedenken. Das Unternehmen wächst weiterhin stark.

Andreas Sommer ·
Palantir Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Vertrag zur Analyse sensibler Finanzdaten
  • Politischer Widerstand im britischen Parlament
  • Starkes Umsatzwachstum im letzten Quartal
  • Hohe Bewertung trotz Aktienverkäufen

Palantir dringt tiefer in das britische Staatsgefüge vor — diesmal in die sensibelsten Finanzdaten des Königreichs. Die britische Finanzaufsicht FCA hat dem Unternehmen einen Vertrag erteilt, um mit Hilfe der Plattform Foundry interne Geheimdienstdaten auf Finanzkriminalität zu durchleuchten. Das klingt nach einem Erfolg. Politisch ist es jedoch alles andere als unumstritten.

Zugang zu Großbritanniens Finanzdaten

Der dreimonatige Pilotvertrag sieht vor, dass Palantir mehr als 30.000 Pfund pro Woche erhält, um den Datenspeicher der FCA zu analysieren. Dieser enthält Falldokumente, Hinweise auf mutmaßliches Fehlverhalten und Verbraucherbeschwerden — ergänzt durch E-Mails, Telefonmitschnitte und öffentlich zugängliche Social-Media-Daten.

Die FCA betont, dass alle Daten im Vereinigten Königreich verbleiben, Palantir ausschließlich als „Datenverarbeiter“ agiert und sämtliche Informationen nach Vertragsende gelöscht werden müssen. Eine Nutzung der Daten zum Training eigener Produkte ist ausdrücklich untersagt.

Trotzdem regt sich Widerstand. Datenschutzanwalt Christopher Houssemayne du Boulay warnte vor „erheblichen Datenschutzbedenken“, sollten Daten unbescholtener Personen in ein KI-System einfließen.

Politischer Gegenwind im Parlament

Der Vertrag hat eine parlamentarische Debatte neu entfacht. Green-Party-Abgeordnete Siân Berry erklärte, Unternehmen wie Palantir hätten in britischen Regierungssystemen „nichts zu suchen“. Liberal-Demokrat Martin Wrigley warnte vor einem technologischen Monopolisten, der heimische Anbieter verdränge.

Besonders heikel: Gleichzeitig hat Wissenschaftsminister Lord Vallance angekündigt, künftige Beschaffungen zugunsten britischer Unternehmen auszurichten — eine direkte Kontrastbotschaft zum FCA-Deal.

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Palantir hält bereits über 500 Millionen Pfund an britischen Staatsaufträgen, darunter ein 240-Millionen-Pfund-Vertrag mit dem Verteidigungsministerium. Mit dem FCA-Auftrag erstreckt sich die Präsenz nun auf Gesundheit, Verteidigung, Strafverfolgung, nukleare Sicherheit und Finanzmarktaufsicht — eine Kombination, die kein anderer Technologieanbieter im britischen öffentlichen Sektor vorweisen kann.

Starkes Wachstum, hohe Bewertung

An der Börse verlor die Aktie am Dienstag rund 3,8 Prozent — ohne unternehmensspezifischen Auslöser. Der Rückgang spiegelt den allgemeinen Marktdruck wider: Der VIX, das wichtigste Maß für erwartete Volatilität an der Wall Street, ist im vergangenen Monat um knapp 37 Prozent gestiegen.

Die operative Entwicklung bleibt stark. Im vierten Quartal 2025 erzielte Palantir einen Umsatz von 1,406 Milliarden Dollar — ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für 2026 prognostiziert das Unternehmen 7,2 Milliarden Dollar Umsatz, was einem Wachstum von 61 Prozent entspräche.

Die Bewertung bleibt das zentrale Spannungsfeld. Auf Basis der 2026er-Konsensschätzungen handelt die Aktie mit dem rund 114-fachen des erwarteten Gewinns — gegenüber einem Branchenmedian von 17,5. Zusätzlich haben Direktor Alexander Moore und Peter Thiel zuletzt im Rahmen vorab festgelegter Handelspläne Aktien verkauft, was bei solchen Bewertungsniveaus die Aufmerksamkeit von Marktteilnehmern auf sich zieht.

Am 4. Mai 2026 legt Palantir die nächsten Quartalszahlen vor. Dann wird sich zeigen, ob das aggressive Wachstumsziel für das laufende Jahr mit konkreten Zahlen untermauert werden kann.

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Palantir Aktie

132,30 EUR

– 3,74 EUR -2,75 %
KGV 255,30
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 384,68 Mrd. EUR
ISIN: US69608A1088 WKN: A2QA4J

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