Palantir Aktie: Frankreich ersetzt durch ChapsVision
Palantir verzeichnet ein neues 52-Wochen-Tief, während der KI-Sektor korrigiert. Trotz starkem US-Wachstum belasten europäische Vertragsverluste die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Aktie markiert neues Jahrestief
- KI-Sektor erlebt spürbare Korrektur
- US-Armee-Deal sichert stabile Einnahmen
- Europäische Verträge geraten unter Druck
Palantir wächst rasant und meldet milliardenschwere Umsätze. An der Börse spiegelt sich das aktuell nicht wider. Die Papiere markierten am Mittwoch ein neues 52-Wochen-Tief. Der Absturz reiht sich in eine spürbare Korrektur im gesamten KI-Sektor ein.
KI-Fantasie kühlt ab
Investoren hinterfragen zunehmend die hohen Bewertungen von Software-Titeln. Die Angst vor einer Blase drückt auf die Kurse. Palantir verlor seit Jahresbeginn fast 29 Prozent an Wert. Aktuell notiert das Papier bei 101,86 Euro. Das entspricht einem Abschlag von über 43 Prozent zum Jahreshoch.
Die technische Lage bleibt angespannt. Der Kurs liegt deutlich unter der 50-Tage-Linie von 118,01 Euro. Ein RSI-Wert von 32,7 signalisiert eine beinahe überverkaufte Situation am Markt.
Neue Deals und alte Probleme
Operativ treibt das Management die Expansion voran. Palantir baut die Daten-Cloud des Marketing-Spezialisten Zeta Global auf der eigenen Foundry-Plattform neu auf. Zeta erwartet dadurch zusätzliche Jahresumsätze von mehr als 100 Millionen US-Dollar. CEO Alex Karp will so eine völlig neue Marketing-Umgebung schaffen.
Ein Blick nach Europa trübt das Bild. Frankreichs Inlandsgeheimdienst DGSI ersetzt Palantir durch den lokalen Anbieter ChapsVision. In Großbritannien steht der laufende NHS-Vertrag auf dem Prüfstand. Hier droht eine Kündigung für das Jahr 2027. Die Folge: Anleger reagieren nervös.
US-Geschäft stützt die Bilanz
Im Heimatmarkt läuft es deutlich besser. Die US-Armee nutzt Foundry als zentrale Datenschicht für ihr NGC2-Programm. Diese Regierungsaufträge sichern stabile Einnahmen. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um fast 85 Prozent auf 1,63 Milliarden US-Dollar.
Das starke US-Wachstum muss nun die europäischen Rückschläge kompensieren. Fällt die Unterstützung am bisherigen Jahrestief, drohen weitere Abverkäufe. Der nächste Quartalsbericht liefert handfeste Daten zur Profitabilität der neuen Zeta-Partnerschaft.
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