Palantir Aktie: London will NHS-Deal beenden
Das britische Parlament empfiehlt Ausstieg aus Palantir-Verträgen. Trotz starkem Umsatzwachstum leidet die Aktie unter Bewertungssorgen.
Kurz zusammengefasst
- Britischer Ausschuss rät zu Vertragsende
- Umsatzplus von 85 Prozent im Quartal
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 18 Prozent
- Hohes KGV bleibt Hauptkritikpunkt
Das britische Parlament will Palantir aus dem Gesundheitssystem drängen. Zeitgleich liefert das Unternehmen Finanzzahlen, die kaum ein Konkurrent vorweisen kann. Dieser Widerspruch erklärt, warum die Aktie trotz beeindruckender Kennzahlen unter Druck steht.
Londoner Warnung trifft einen Nerv
Der Wissenschafts- und Technologieausschuss des britischen Unterhauses empfiehlt der Regierung, die Zusammenarbeit mit Palantir zu beenden. Der Ausschuss bezeichnet Palantirs wachsenden Einfluss auf den öffentlichen Sektor als „inakzeptable Verwundbarkeit“. Konkret rät er, eine Ausstiegsoption im Vertrag für die NHS Federated Data Platform zu ziehen. Diese Option wird im Februar 2027 verfügbar. Als Alternative schlägt der Ausschuss britische Entwickler oder staatliche Stellen vor.
Der Kern der Kritik: Datenschutz und die Sorge, US-Behörden könnten auf sensible britische Daten zugreifen. Kein Wunder, dass das bei einem Unternehmen mit engen Verbindungen zum US-Verteidigungsapparat heikel ist.
CEO Alex Karp fügte in dieser Woche eine weitere Dimension hinzu. Er warnte, große KI-Konzerne riskierten Verstaatlichungen. Der Trend gehe in Richtung stärkerer staatlicher Kontrolle über KI-Technologien. Karp rief KI-Manager auf, gesellschaftliche Risiken aktiv anzugehen — statt sich auf klassisches Lobbying zu verlassen.
Zahlen, die kaum jemand erreicht
Operativ läuft es bei Palantir außergewöhnlich gut. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn sprang um 306 Prozent. Die sogenannte „Rule of 40″ — eine Kennzahl, die Umsatzwachstum und operative Marge kombiniert — kletterte auf 145 Prozent. Zum Vergleich: Mitte 2024 lag sie noch bei 64 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 hob das Unternehmen seine Umsatzprognose an. Es erwartet nun ein Wachstum von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bewertung bleibt das zentrale Problem
Trotz dieser Zahlen verlor die Aktie seit Jahresbeginn rund 18 Prozent. Freitag schloss sie bei 117,74 Euro — ein Tagesverlust von 3,51 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro liegt mehr als 34 Prozent entfernt.
Das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis bleibt der Hauptkritikpunkt. Viele Investoren sehen selbst bei diesem Wachstumstempo keine ausreichende Rechtfertigung für die Bewertung.
Das Bild bei den Anteilseignern ist gemischt. Los Angeles Capital Management baute seine Position im vierten Quartal 2025 auf rund 1,57 Millionen Aktien aus. Auf der anderen Seite verkauften CEO Karp und Finanzchef Shyam Sankar im Mai Anteile — das Unternehmen begründete dies mit Steuerpflichten aus der Ausgabe von Aktienoptionen.
Der RSI von 46 signalisiert neutrale Dynamik. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 56 Prozent zeigt jedoch, wie nervös der Markt auf neue Nachrichten reagiert. Das parlamentarische Votum in London dürfte diese Nervosität kaum beruhigen.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 7. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...