Palantir Aktie: Michael Burry baut Short-Wette aus
Palantir verzeichnet fulminantes Umsatzplus, doch die Aktie fällt. Michael Burry setzt auf fallende Kurse, während die Bewertung kritisch bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 93 Prozent
- Burry baut Short-Position aus
- Aktie trotz starker Zahlen gefallen
- Bewertung bleibt zentraler Streitpunkt
Ein Unternehmen, das seinen Umsatz fast verdoppelt und trotzdem an der Börse abgestraft wird – genau das erlebt Palantir gerade. Die Aktie fiel am Mittwoch um 2,0 Prozent auf 148,54 Euro. Der Widerspruch zwischen operativer Stärke und Kursschwäche könnte kaum größer sein.
Dreistelliges Wachstum im Kerngeschäft
Wer für Palantir spricht, verweist zuerst auf die Zahlen des zweiten Quartals 2026. Der Umsatz kletterte um 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Treiber war vor allem die US-Nachfrage: Das kommerzielle Geschäft in den USA sprang um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar. Das Behördengeschäft wuchs um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar.
Diese Dynamik veranlasste das Management, die Jahresprognose 2026 auf 8,150 bis 8,158 Milliarden Dollar anzuheben. Das entspricht einem Wachstum von 82 Prozent. Der Trend zur „Sovereign AI“ – Unternehmen und Staaten wollen die volle Kontrolle über ihre Daten – treibt das Geschäft offenbar maßgeblich an. Mit einem bereinigten freien Cashflow von 1,22 Milliarden Dollar und einer Nettodollar-Bindungsrate von 157 Prozent generiert Palantir zweifellos Cash von hoher Qualität.
Der Burry-Faktor und die Bewertungsfrage
Trotzdem mahnt die aktuelle Lage zur Vorsicht. Die Aktie legte in den vergangenen 30 Tagen zwar um 30 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht aber ein Minus von 5,5 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro fehlen 17 Prozent.
Das Haupthindernis bleibt eine Bewertung, die viele für nicht tragfähig halten – darunter „Big Short“-Investor Michael Burry. Er hat seine Short-Position gegen Palantir zuletzt ausgebaut und Put-Optionen mit Laufzeit März 2027 gekauft, mit Ausübungspreisen im niedrigen bis mittleren Dreistelligen-Dollar-Bereich. Sein Argument: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei rund dem 68-fachen des Umsatzes der vergangenen zwölf Monate. Kritiker bemängeln zudem die aktienbasierte Vergütung und die starke Abhängigkeit vom US-Markt, der 81 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht.
Kapital wandert zu Chip-Werten
Der Kursrückgang am Mittwoch geht offenbar auf eine breitere Rotation am Markt zurück. Anleger scheinen Kapital von softwarelastigen KI-Werten hin zu KI-Hardware und Chip-Aktien zu verschieben – trotz der starken Palantir-Zahlen.
Technisch betrachtet spricht einiges für eine Verschnaufpause. Der 14-Tage-RSI liegt bei 69,7 und damit knapp unter der Schwelle zur Überkauft-Zone. Die hohe annualisierte Volatilität von 98 Prozent lässt zudem weitere Kursausschläge in beide Richtungen erwarten.
Ein klassischer Kampf um die Deutungshoheit
Der Markt bleibt gespalten. Jefferies und RBC halten an „Underperform“-Einstufungen mit Kurszielen von bis zu 80 Dollar fest – umgerechnet etwa 73 Euro. Der breitere Analystenkonsens ist optimistischer: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 164,47 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von 10,7 Prozent entspräche.
Für mich ist Palantir derzeit ein klassischer „Battleground Stock“. Das fundamentale Wachstum ist robust, besonders im US-Kommerzgeschäft. Bei einer Marktkapitalisierung von 358,13 Milliarden Euro bleibt aber wenig Spielraum für Enttäuschungen. Die entscheidende Frage lautet, ob das Unternehmen sein dreistelliges Wachstumstempo lange genug durchhält, um die Prämie zu rechtfertigen. Bis diese Frage beantwortet ist, dürfte die Aktie unter Druck bewertungssensibler Verkäufer und Shortseller wie Burry bleiben – auch wenn sich die Software von Palantir gleichzeitig immer tiefer in die globale KI-Infrastruktur einnistet.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 12. August liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...