Palantir Aktie: Nvidia-Pakt trifft auf Spanien-Blockade
Palantir-Aktie erholt sich dank Sovereign-AI-Deal mit Nvidia, während Spanien neue Verträge mit dem US-Konzern blockiert.

Kurz zusammengefasst
- Wochenplus von fast 13 Prozent
- Nvidia-Kooperation für sichere KI-Umgebungen
- Spanien stoppt neue Palantir-Verträge
- Analysten heben Kursziel an
Zwölf Prozent Plus in einer Woche, aber ein Land in Europa will nichts mehr mit Palantir zu tun haben. Diese Gegensätzlichkeit prägt gerade den Kurs der US-Datenanalysefirma. Am Freitag schloss die Aktie bei 112,28 Euro, ein leichtes Minus von 0,65 Prozent zum Vortag.
Der Wochengewinn von 12,96 Prozent kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aktie seit Jahresbeginn 21,54 Prozent verloren hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 179,98 Euro aus dem November trennen Palantir noch immer 37,62 Prozent. Erst am 26. Juni markierte die Aktie bei 93,30 Euro ein neues Jahrestief.
Nvidia-Allianz zielt auf staatliche Kunden
Auslöser der jüngsten Kurserholung ist eine strategische Partnerschaft mit Nvidia. Beide Unternehmen bringen eine Referenzarchitektur an den Markt, die Nvidias KI-Modelle in besonders gesicherten, staatlichen Umgebungen betreiben soll. Zielgruppe sind Verteidigungsministerien und Geheimdienste.
Die „Sovereign AI“-Initiative richtet sich an Organisationen, die aus Sicherheits- oder Datenschutzgründen keine öffentliche Cloud nutzen dürfen. Marktbeobachter werten den Schritt als Bestätigung von Palantirs Rolle als kritischer Infrastrukturanbieter für Regierungen und Militär im KI-Bereich.
Parallel dazu baut Palantir sein Geschäft mit Privatunternehmen aus. Eine mehrjährige Partnerschaft mit Surf Air Mobility sieht vor, dass der Flugdienstleister Palantirs Plattformen Foundry und AIP nutzt. Damit soll die Software „SurfOS“ entstehen, die Betriebsabläufe optimiert und grünere Flugtechnologien unterstützt.
Spanien bremst neue Verträge
Während die Technologiepartnerschaften Fantasie liefern, wächst in Europa der politische Widerstand. Berichten von El Confidencial zufolge weist die spanische Regierung staatsnahe Unternehmen an, keine neuen Verträge mit Palantir mehr abzuschließen. Betroffen sind Firmen unter Kontrolle des Industrieholdings SEPI, darunter Telefónica und der Rüstungskonzern Navantia.
Bestehende Verträge bleiben zunächst unangetastet. Hinter der Weisung steht offenbar das Ziel strategischer Autonomie – die Sorge, sensible nationale Infrastruktur einem ausländischen Anbieter zu überlassen. Für Palantirs Expansion im europäischen Behördengeschäft ist das ein Rückschlag.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
Trotz der politischen Reibung bleibt die Wall Street überwiegend zuversichtlich. Die Investmentbank DA Davidson hob die Aktie am 4. Juli von „Neutral“ auf „Buy“ und erhöhte das Kursziel auf 175 US-Dollar, umgerechnet rund 161 Euro. Als Begründung nannten die Analysten Palantirs Wettbewerbsvorteil bei der Steuerung von KI-Modellen für Regierungsbehörden.
Technisch bewegt sich die Aktie derzeit in neutralem Terrain. Der 14-Tage-RSI liegt bei 51,8. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 115,34 Euro fehlen nur 2,65 Prozent, zum 200-Tage-Durchschnitt bei 134,60 Euro sind es dagegen noch 16,58 Prozent.
Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie stark sich die Sovereign-AI-Partnerschaft mit Nvidia auf neue Aufträge auswirkt. Zugleich bleibt offen, ob sich die spanische Zurückhaltung auf andere europäische Regierungen ausweitet.
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