Palantir Aktie: Üblicher Geschäftsgang?

Palantir profitiert von KI- und Verteidigungsboom, sieht sich aber mit einem Rechtsstreit, hoher Bewertung und institutionellen Verkäufen konfrontiert. Die Quartalszahlen am 2. Februar werden entscheidend.

Kurz zusammengefasst:
  • Optimistische Kursziele bis 255 US-Dollar
  • Rechtsstreit mit KI-Startup Percepta
  • Sehr hohes KGV von über 400
  • Institutionelle Investoren reduzieren Positionen

Palantir steht im Spannungsfeld zwischen großen Wachstumsfantasien und wachsenden Risiken. Auf der einen Seite treiben optimistische Analysten mit teils deutlich höheren Kurszielen die Story rund um KI und Verteidigungsaufträge. Auf der anderen Seite belasten ein offener Rechtsstreit und eine sehr ambitionierte Bewertung. Wie stabil ist diese Mischung aus Rückenwind und Risiko?

Analysten setzen auf Defense- und KI-Boom

Mehrere große Investmentbanken haben in dieser Woche den Ton vorgegeben. Citigroup stufte die Palantir-Aktie auf „Buy“ hoch und setzte das Kursziel auf 235 US‑Dollar. Begründung: Beschleunigte Budgets für Künstliche Intelligenz und steigende Verteidigungsausgaben sollen das Geschäft deutlich ankurbeln.

Palantir

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Bank of America geht noch einen Schritt weiter und hebt das Kursziel auf 255 US‑Dollar an. Ausgehend vom aktuellen Niveau von 178,40 US‑Dollar ergibt sich daraus ein spürbares theoretisches Aufwärtspotenzial. Hintergrund ist unter anderem der vorgeschlagene US‑Verteidigungshaushalt, der 2027 bis zu 1,5 Billionen US‑Dollar erreichen könnte – ein Rahmen, in dem Palantir im Regierungssegment stark positioniert ist.

Damit stellen die neuen Kursziele eine Art Orientierungsspanne dar, in der sich die Fantasie für die Aktie kurzfristig bewegt.

Rechtsstreit mit KI-Startup Percepta

Den positiven Analystenstimmen steht ein juristischer Konflikt gegenüber. Palantir hat frühere Mitarbeiter verklagt, die das KI‑Startup Percepta gegründet haben. In einer Mitteilung vom 14. Januar 2026 wies Percepta die Klage als „haltlos“ zurück.

Das Startup bezeichnete das Vorgehen von Palantir als „Einschüchterungstaktik“, die potenziell den Wettbewerb im KI‑Bereich ausbremsen solle. Diese öffentliche Auseinandersetzung bringt eine zusätzliche Unsicherheitskomponente ins Spiel: Neben dem reinen Rechtsrisiko steht auch die Frage im Raum, wie Investoren die Unternehmensführung und Governance einschätzen, wenn der Konflikt eskaliert oder sich über Monate hinzieht.

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Hohe Bewertung, gemischte institutionelle Signale

Die Bewertung der Aktie ist bereits jetzt sehr ambitioniert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 418,52, die Marktkapitalisierung bei 425,23 Milliarden US‑Dollar. Eine solche Prämie bedeutet: Der Markt unterstellt Palantir nahezu fehlerfreie Ausführung und anhaltend hohes Wachstum.

Parallel dazu zeigen institutionelle Investoren zuletzt eher Zurückhaltung:

  • Ark Invest hat am 9. Januar Palantir‑Aktien im Wert von über 10 Millionen US‑Dollar verkauft.
  • Stephens Inc hat seine Position im dritten Quartal um 10,4 % reduziert.
  • Exencial Wealth Advisors hat den Bestand um rund 18,2 % verringert.

Diese Verkäufe stehen nicht im Widerspruch zu den optimistischen Analystenzielen, deuten aber auf ein differenziertes Bild hin: Während die langfristige Story intakt sein mag, nehmen einige Profis kurzfristig Gewinne mit oder reduzieren das Risiko.

Charttechnisch bleibt die Aktie klar im Aufwärtstrend: Mit 178,40 US‑Dollar liegt sie rund 26 % über dem 200‑Tage‑Durchschnitt von 141,46 US‑Dollar, aber etwa 8 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 194,17 US‑Dollar. Der RSI von 78,8 signalisiert zudem eine deutlich überkaufte Situation und passt zu der hohen 30‑Tage‑Volatilität von knapp 64 % (annualisiert).

Blick auf die Quartalszahlen

Der nächste harte Test steht bereits fest. Am 2. Februar 2026 will Palantir die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorlegen. Die Erwartungen sind hoch:

  • Gewinn je Aktie (EPS): Prognose 0,21 US‑Dollar, nach 0,14 US‑Dollar im Vorjahresquartal
  • Umsatz: Erwartet werden 1,34 Milliarden US‑Dollar, rund 62 % mehr als im Vorjahr
  • Fokusbereiche: Vor allem das US‑Regierungsgeschäft nach dem jüngsten Wahlzyklus steht im Mittelpunkt

Damit verdichtet sich vieles auf dieses Datum: Das Unternehmen muss zeigen, dass das starke Wachstumstempo zur Bewertung passt und die Fantasie der Analysten untermauert. Gleichzeitig dürfte der Markt genau beobachten, ob der Rechtsstreit mit Percepta weitere Kreise zieht oder sich beruhigt – beides zusammen wird entscheidend dafür sein, ob die Aktie näher an die Spanne der neuen Kursziele von 235 bis 255 US‑Dollar heranlaufen kann oder zunächst eine Verschnaufpause einlegt.

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