Palantir Aktie: Umsatz springt um 93 Prozent
Palantir übertrifft im zweiten Quartal die Erwartungen, hebt die Jahresprognose an und sieht sich zugleich mit Bewertungs- und Verkaufsdruck konfrontiert.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz klettert auf 1,94 Milliarden Dollar
- US-Unternehmenskunden wachsen besonders kräftig
- Jahresausblick steigt auf 8,15 bis 8,16 Milliarden
- Peter Thiel plant Aktienverkäufe
Palantir hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 die Erwartungen deutlich übertroffen und damit einen kräftigen Kursaufschlag ausgelöst. Der Umsatz stieg um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar, das US-Geschäft mit Unternehmenskunden legte sogar um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar zu.
Auch das Geschäft mit US-Behörden wuchs um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,41 Dollar, ein Teil davon resultierte aus einem Beitrag von SpaceX in Höhe von 0,03 Dollar.
Die Reaktion an der Börse fiel entsprechend deutlich aus: Unmittelbar nach Bekanntgabe der Zahlen sprang die Aktie im nachbörslichen Handel um bis zu 16 Prozent nach oben. Am vergangenen Freitag schloss das Papier bei 160,88 Euro, ein Plus von 0,8 Prozent auf Tagesbasis und rund 50 Prozent über dem Niveau vor 30 Tagen – ein Beleg dafür, wie stark die Rally seit den Zahlen anhält.
Guidance deutlich angehoben
Palantir stellte im Zuge der Vorlage auch die Prognose für das Gesamtjahr nach oben: Die Guidance für 2026 wurde von zuvor 7,65 Milliarden Dollar auf nun 8,15 bis 8,16 Milliarden Dollar angehoben.
Das Unternehmen verzeichnete im Quartal 220 Abschlüsse mit einem Volumen von mindestens einer Million Dollar, davon 73 im Volumen von mindestens zehn Millionen Dollar. Firmenchef Alex Karp bezeichnete die Geschäftsentwicklung als „otherworldly“ und verwies dabei auf den Fokus des Unternehmens auf Datensouveränität.
Trotz der Euphorie bleibt die Bewertung ein Diskussionsthema unter Analysten. Die Aktie notiert auf Basis der erwarteten Gewinne für 2026 mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 175 – ein Vielfaches dessen, was etwa Nvidia mit einem KGV von 24 für das Geschäftsjahr 2027 aufweist.
Vor diesem Hintergrund haben Analysten unterschiedliche Einschätzungen: UBS nennt ein Kursziel von 220 Dollar, Mizuho sieht 215 Dollar als fair an. Der Analystenkonsens liegt bei rund 192 Dollar je Aktie.
Insider verkaufen, Bewertungssorgen bleiben
Parallel zur starken operativen Entwicklung sorgt der Umgang von Führungskräften mit eigenen Aktien für Aufmerksamkeit. Firmenmitgründer Peter Thiel hat im Rahmen eines Form-144-Verkaufsplans nach Regel 10b5-1 den Verkauf von 2 Millionen Palantir-Aktien im Wert von rund 280 Millionen Dollar über einen Zeitraum von drei Monaten angekündigt. Bereits zuvor hatten weitere Führungskräfte, darunter Karp selbst, größere Aktienpakete veräußert.
Auch bei institutionellen Anlegern zeigt sich ein gemischtes Bild: Südkoreanische Privatanleger, die in den vergangenen zwei Monaten netto rund 7 Milliarden Dollar in US-Aktien investierten, verkauften Palantir-Papiere im Volumen von 615,4 Millionen Dollar – neben Nvidia und Micron eine der am stärksten abgestoßenen Positionen dieser Anlegergruppe.
Die Diskussion um die Bewertung von Palantir reiht sich damit in eine breitere Debatte um Bewertungsrisiken im Sektor künstlicher Intelligenz ein. Analysten verweisen auf die hohe Konzentration von Kapital auf wenige Titel sowie auf die wachsende Lücke zwischen ausgewiesenen Gewinnen und tatsächlichem freiem Cashflow bei vielen KI-nahen Unternehmen. Für Anleger bleibt Palantir damit ein Fall, bei dem operative Stärke und ambitionierte Bewertung gegeneinander abgewogen werden müssen.
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