Palantir Aktie: Wheels Up als erster Kunde
Palantir schließt zwei neue KI-Deals ab, doch der Aktienkurs bleibt trotz starker Quartalszahlen angeschlagen.

Kurz zusammengefasst
- Neue Partnerschaft mit Surf Air Mobility
- Strategische Allianz mit Zeta Global
- Umsatzplus von 85 Prozent im ersten Quartal
- Aktie erholt sich von 52-Wochen-Tief
Palantir hat eine turbulente Woche mit einem konkreten Geschäftssignal beendet. Nicht Spekulation, sondern ein realer Einsatz der KI-Plattform in der Privatluftfahrt sorgte am Freitag für Auftrieb.
Zwei neue Partnerschaften, ein wichtiger Unterschied
Surf Air Mobility hat Wheels Up als ersten Kunden für sein Produkt Enterprise BrokerOS gewonnen. Die Software basiert auf Palantir Foundry und der Artificial Intelligence Platform. Sie steuert Buchungs- und Broker-Workflows in der Privataviation.
Wichtig für Investoren: Der Vertrag läuft zwischen Surf Air Mobility und Wheels Up. Palantir ist Technologielieferant, nicht Vertragspartner. Die Laufzeit beträgt zwei Jahre mit Option auf ein drittes, die erwarteten Abo-Gebühren an Surf Air liegen bei bis zu 12 Millionen Dollar.
Parallel dazu gaben Zeta Global und Palantir eine strategische Partnerschaft bekannt. Zetas Data Cloud soll auf Palantir Foundry aufgebaut werden. Das KI-System Athena by Zeta übernimmt dabei die Entscheidungslogik für Marketing-Kampagnen.
Beide Deals zeigen dasselbe Muster: Foundry und AIP dringen in kommerzielle Unternehmensabläufe vor — jenseits der Regierungsaufträge, auf die Palantir traditionell angewiesen war.
Starke Quartalszahlen, aber der Kurs hinkt hinterher
Im ersten Quartal 2026 erzielte Palantir einen Umsatz von 1,633 Milliarden Dollar — ein Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das kommerzielle Segment wuchs um 95 Prozent auf 774 Millionen Dollar. Besonders stark: der US-amerikanische Geschäftsbereich mit 595 Millionen Dollar, ein Anstieg von 133 Prozent.
Hinzu kommen vertraglich gesicherte, noch nicht realisierte Umsätze von 4,5 Milliarden Dollar. Rund 39 Prozent davon erwartet Palantir innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Die Kursentwicklung spiegelt diese Stärke nicht wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 99,40 Euro, ein Tagesplus von 5,35 Prozent. Auf Wochensicht steht jedoch ein Minus von knapp 11 Prozent, seit Jahresbeginn sind es über 30 Prozent Verlust.
Technisches Bild: Erholung auf dünnem Eis
Das Chartbild bleibt angespannt. Das 52-Wochen-Tief von 93,30 Euro wurde erst am Donnerstag markiert — der Abstand dazu beträgt gerade einmal 6,5 Prozent. Auf der Oberseite liegt der erste ernsthafte Widerstand beim 50-Tage-Durchschnitt bei 117 Euro, gefolgt vom 100-Tage-Durchschnitt bei knapp 120 Euro.
Der RSI liegt bei 35,2 — schwach, aber noch nicht im überverkauften Bereich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 59 Prozent zeigt, dass starke Ausschläge in beide Richtungen weiterhin möglich sind.
Die entscheidende Frage für die neue Woche: Können die Käufer die Zone oberhalb des 52-Wochen-Tiefs verteidigen? Gelingt das, rückt der 50-Tage-Durchschnitt als nächstes Ziel in den Blick. Scheitert die Erholung, droht ein erneuter Test der 93-Euro-Marke.
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