PANDION Aktie: 60 Prozent Verlust nach Zinsaussetzung

Pandion verpasst Zinszahlung für Unternehmensanleihe wegen Liquiditätsengpass. Der Kurs fiel binnen Wochenfrist um 60 Prozent, ein Webcast soll Aufschluss geben.

Eduard Altmann ·
PANDION Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zinszahlung für Anleihe ausgesetzt
  • Kursverlust von 60 Prozent
  • Webcast am 1. September geplant
  • Liquiditätslücke durch Partnerrückzug

Die PANDION AG hat am Montag vergangener Woche per Ad-hoc-Mitteilung bekanntgegeben, dass sie die am 5. August fällige Zinszahlung auf ihre Unternehmensanleihe 2021/2028 nicht fristgerecht leisten wird. Grund ist eine unerwartet entstandene Liquiditätslücke, nachdem ein Finanzierungspartner einen zugesagten Finanzierungsbaustein entgegen bisherigen Erwartungen zurückgezogen hat. Die Nachricht traf Anleger und Anleihegläubiger unvorbereitet und markiert die bislang schwerste Zäsur in der laufenden Restrukturierungsgeschichte des Kölner Immobilienentwicklers.

Verkaufswelle nach der Zinsaussetzung

Die Mitteilung über die ausgesetzte Zinszahlung löste an der Börse umgehend eine Verkaufswelle beim Pandion-Wertpapier aus. Innerhalb einer Woche brach der Kurs um rund 60 Prozent ein. Am Freitag schloss das Papier bei 21,75 Euro, ein Minus von 1,15 Prozent auf Tagessicht – ein vergleichsweise moderater Rücksetzer angesichts der vorangegangenen Talfahrt. Der 14-Tage-RSI von 15,5 signalisiert eine massive Überverkauft-Situation, wie sie nach derart abrupten Kurseinbrüchen typisch ist. Ob sich daraus kurzfristig eine technische Gegenbewegung ergibt, sagt der Indikator allein jedoch nicht.

Das Unternehmen selbst betont, an einer Lösung zu arbeiten. Man stehe in Gesprächen mit relevanten Finanzierungspartnern und prüfe verschiedene Optionen, um die Liquiditätslücke zu schließen und die fällige Zinszahlung nachträglich zu bedienen, teilte Pandion mit. Details und Hintergründe zu den Rückzahlungsproblemen will die Gesellschaft im Rahmen eines Anleihegläubiger-Webcasts am 1. September um 11:30 Uhr offenlegen. Bis dahin bleibt für Investoren offen, welche der geprüften Optionen tatsächlich tragfähig ist.

Vorgeschichte: Millionenverlust und fragile Finanzierungsbasis

Die aktuelle Eskalation fällt nicht aus dem Nichts. Bereits Anfang Juli hatte Pandion angekündigt, dass das vorläufige Ergebnis vor Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2025 deutlich negativ ausfallen und voraussichtlich bei minus 69 Millionen Euro liegen werde. Das war eine erhebliche Abweichung gegenüber einer Hochrechnung von Ende Dezember 2025, die noch ein leicht positives Ergebnis im einstelligen Millionenbereich vorgesehen hatte. Als Ursache nannte das Unternehmen notwendige Wertberichtigungen bei ausgewählten Gewerbeobjekten, bedingt durch veränderte Bewertungsparameter, gestiegene Finanzierungskosten und verzögerte Transaktionsmärkte. Der Büromarkt bereitet Pandion demnach deutlich größere Probleme als das Wohnungsgeschäft, das sich vergleichsweise robust entwickelt.

Die betroffene Anleihe mit einem Emissionsvolumen von 45 Millionen Euro war bereits im Winter Gegenstand einer Restrukturierungsmaßnahme: Mit Wirkung zum 30. Januar wurde ihre Prolongation rechtlich wirksam, verbunden mit einem auf 8,00 Prozent per annum erhöhten Zinskupon. Flankiert wurde dieser Schritt durch eine Finanzierungszusage von Värde Partners über 100 Millionen Euro für ein Portfolio aus 13 Wohnprojekten in deutschen A-Städten wie Berlin, München und Köln. Dass nun ausgerechnet ein Finanzierungsbaustein wieder wegbricht, wirft ein Schlaglicht darauf, wie fragil das im Frühjahr aufgebaute Finanzierungsgerüst offenbar geblieben ist.

Für Anleihegläubiger und Aktionäre dürfte der Webcast Anfang September zum entscheidenden Termin werden. Bis dahin bleibt die Gesellschaft auf die Ergebnisse laufender Gespräche mit Finanzierungspartnern angewiesen, ohne dass bislang eine konkrete Lösung feststeht.

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