PANDION Aktie: 66,67 Prozent Verlust in sieben Tagen
PANDION AG beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung nach geplatzter Zinszahlung. Aktie stürzt ab, Zukunft von Großprojekten in München und Düsseldorf ist offen.
Kurz zusammengefasst
- Insolvenzantrag in Eigenverwaltung gestellt
- Zinszahlung über 3,5 Mio. Euro gescheitert
- Aktie verliert 7,04 Prozent am Dienstag
- Großprojekte in München und Düsseldorf betroffen
Gestern hat der Immobilienentwickler PANDION AG beim zuständigen Gericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen reagiert damit auf eine gescheiterte Refinanzierung und eine angespannte Liquiditätssituation, die durch die Zinswende im Bausektor verschärft wurde. Die Nachricht löste an den Märkten einen massiven Abverkauf aus, nachdem eine entscheidende Zinszahlung nicht geleistet werden konnte.
Liquiditätsengpässe und geplatzte Zinszahlungen
Der unmittelbare Auslöser für den Gang zum Insolvenzgericht war eine fällige Zinszahlung für eine Unternehmensanleihe in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Diese konnte nicht fristgerecht bedient werden, nachdem ein wichtiger Finanzierungspartner für das Unternehmen abgesprungen war.
Die Eigenverwaltung erstreckt sich dabei nicht nur auf die Holding, sondern umfasst auch fünf wesentliche Tochtergesellschaften aus den Bereichen Real Estate, Vertrieb, Design sowie Projektmanagement und Engineering.
Am heutigen Dienstag setzt sich der Abwärtstrend des Wertpapiers fort. Das Papier notiert aktuell bei 6,60 € und verzeichnet damit ein Tagesminus von 7,04 %. Besonders deutlich wird das Ausmaß der Krise beim Blick auf die kurzfristige Performance: Innerhalb der letzten sieben Tage verbuchte der Wert einen massiven Kursverlust von 66,67 %.
Für Anleger bedeutet die aktuelle Lage eine erhebliche Entwertung ihrer Positionen, während das Unternehmen nun versucht, sich im Rahmen des Sanierungsverfahrens neu aufzustellen.
Unsicherheit bei Großprojekten in München und Düsseldorf
Die Insolvenz wirft Fragen zur Zukunft zahlreicher prominenter Bauvorhaben auf. In Düsseldorf betrifft dies unter anderem den Wohnturm „Pandion Rise“. Ein weiteres zentrales Projekt ist das „Officehome Beat“ in der Münchner Anzinger Straße.
Dieses Vorhaben mit einer Bruttogrundfläche von rund 33.000 Quadratmetern wurde im März noch mit einer Finanzierung von 240 Millionen Euro durch den Investor Apollo unterlegt. Das Gebäude ist bereits vollständig an den Siemens-Konzern vermietet, der plant, seinen Standort in Neuperlach bis Ende 2027 aufzugeben.
Für die Inhaber der Anleihe 2021/2028 (ISIN DE000A289YC5) hat die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) bereits erste Schritte eingeleitet. Die Organisation ruft die Gläubiger dazu auf, ihre Interessen zu bündeln, und bietet eine kostenlose Stimmrechtsvertretung für das bevorstehende Verfahren an.
Ziel ist es, in dem nun anlaufenden Prozess der Eigenverwaltung einen größtmöglichen Einfluss auf die Sanierungsbedingungen zu nehmen. Weitere Details zum Verfahren werden für Anfang September erwartet.
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