PANDION Aktie: Insolvenzantrag gestellt

PANDION meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an, der Aktienkurs fällt drastisch. Ob Aktionäre einen Restwert behalten, hängt vom Verlauf des Verfahrens ab.

Felix Baarz ·
PANDION Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Antrag auf Eigenverwaltung gestellt
  • Kursverlust von 77 Prozent
  • Projektgesellschaften bleiben unberührt
  • RSI zeigt extreme Überverkaufung

PANDION hat am 10. August 2026 beim Insolvenzgericht Köln den Antrag auf Eigenverwaltung gestellt. Der Kurs brach daraufhin ein und notiert nun bei 5,00 Euro, ein Minus von 77 Prozent binnen sieben Handelstagen. Für Aktionäre stellt sich jetzt eine einzige Frage: Bleibt am Ende des Verfahrens überhaupt noch ein Wert für sie übrig?

Der Auslöser: Ein Finanzierungsbaustein fehlt

Anfang August informierte PANDION über den unerwarteten Wegfall einer wesentlichen Finanzierungsquelle. Ersatzlösungen ließen sich nicht rechtzeitig organisieren. Am 10. August folgte der Insolvenzantrag in Eigenverwaltung — für die PANDION AG selbst und für fünf operative Tochtergesellschaften.

Eigenverwaltung bedeutet: Der Vorstand bleibt im Amt. Er steuert die Sanierung weiter, allerdings unter Aufsicht eines Sachwalters. Der Markt hat sein Vertrauen in die bisherige Finanzierungsstruktur binnen weniger Tage fast vollständig verloren.

Die entscheidende Frage: Hält die Brandmauer?

Für die Bewertung der Aktie zählt vor allem eine rechtliche Trennlinie. Die Projektgesellschaften, die rund 3.800 Wohnungen und größere Büroflächen entwickeln, sind laut Unternehmensangaben von den Insolvenzanträgen bisher nicht betroffen.

Gelingt es, diese Projekte weiterzuführen und ihre Erträge zur Gläubigerbefriedigung der Holding zu nutzen, ohne dass die Projekte selbst in den Sog geraten — dann bleibt möglicherweise ein Substanzwert. Scheitert diese Abschottung, dürfte für die Aktionäre der AG kaum etwas übrig bleiben.

Bullisches Szenario: Überverkauft, aber mit Substanz

Ein Argument für eine kurzfristige technische Gegenbewegung liefert der RSI von 15,0. Ein derart überverkauftes Niveau geht historisch häufig einer Erholung voraus, auch wenn das keine Garantie ist.

Fundamental spricht für PANDION der Zustand einzelner Großprojekte. Das Bürovorhaben „OFFICEHOME Beat“ in München ist bereits vollständig an die Siemens AG vermietet. Finanziert wurde es von Apollo Global Management — ein Hinweis darauf, dass zumindest Teile des Portfolios werthaltig sind.

Gelingt es dem Management, zügig neue Finanzierungspartner für laufende Projekte zu gewinnen, könnte die Aktie von ihrem niedrigen Niveau profitieren. Voraussetzung dafür: Die Altaktionäre werden nicht vollständig durch einen Kapitalschnitt verdrängt.

Bärisches Szenario: Der Totalverlust droht

Das Gegenszenario wiegt schwerer. In deutschen Insolvenzverfahren stehen Aktionäre in der Gläubiger-Rangfolge ganz hinten. Ein häufiges Instrument in der Eigenverwaltung ist der Debt-to-Equity-Swap: Gläubiger tauschen ihre Forderungen gegen Anteile.

Für Altaktionäre bedeutet das meist massive Verwässerung. In vielen Fällen werden sie komplett aus dem Unternehmen gedrängt. Die annualisierte Volatilität von 261 Prozent zeigt: Der Markt sieht derzeit keine verlässliche Bodenbildung.

Hinzu kommt Druck von organisierter Gläubigerseite. Gruppen wie die SdK bündeln bereits die Interessen von Anleihegläubigern und Banken. Deren Ansprüche dürften im Verfahren Vorrang vor den Eigenkapitalgebern erhalten.

Ausblick: Die Woche der Gerichtsentscheidung

Die kommende Handelswoche dürfte für PANDION hochvolatil bleiben. Das Insolvenzgericht muss die Eigenverwaltung offiziell bestätigen — bis dahin bleibt die Aktie eine reine Wette auf den Verfahrensausgang.

Ein wichtiger Gradmesser wird die weitere Kommunikation zu den nicht betroffenen Projektgesellschaften sein. Tauchen Berichte über Zahlungsstockungen bei einzelnen Bauvorhaben auf, dürfte der Kurs weiter fallen. Ein erstes technisches Entspannungssignal wäre das Verlassen der extremen RSI-Zone von 15,0 — dafür bräuchte es aber zunächst eine handfeste Nachricht zur Liquiditätslage.

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