PANDION Aktie: Zinsausfall am 5. August bestätigt

PANDION bestätigt ausbleibende Zinszahlung der Anleihe 2021/2028. Ein Finanzierungspartner zog sich zurück, Gespräche zur Lösung laufen.

Eduard Altmann ·
PANDION Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zinszahlung für Anleihe ausgesetzt
  • Finanzierungspartner zog sich zurück
  • Hoher Verlust im Geschäftsjahr 2025
  • Anleihekurs fällt nahe Jahrestief

Die PANDION AG hat den Ausfall einer Zinszahlung für ihre Unternehmensanleihe 2021/2028 offiziell bestätigt. Der Kölner Immobilienentwickler hatte bereits am Montag per Ad-hoc-Mitteilung angekündigt, die am 5. August fällige Zinszahlung wegen einer kurzfristigen Liquiditätslücke vorerst nicht zu leisten. Das Management bekräftigte den Schritt inzwischen und nannte auch einen Grund: Ein namentlich nicht genannter Finanzierungspartner habe sich unerwartet aus einem geplanten Finanzierungsbaustein zurückgezogen. Gespräche zur Schließung der entstandenen Lücke laufen den Angaben zufolge weiter.

Verlustjahr trifft auf dünne Kassenlage

Der Zinsausfall trifft ein Unternehmen, das bereits vor Wochen ein tiefrotes Zahlenwerk offenlegen musste. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete PANDION Anfang Juli ein vorläufiges Ergebnis vor Ertragsteuern von rund minus 69 Millionen Euro, nach einem positiven Vorjahreswert von 1,2 Millionen Euro. Als Ursache nannte das Unternehmen Wertberichtigungen auf Gewerbeimmobilien in einem schwierigen Marktumfeld. Im Quartalsbericht zum ersten Quartal 2026 hatte PANDION bereits eingeräumt, dass die Liquidität nur im einstelligen Millionen-Euro-Bereich lag – bei einem unveränderten Anleihevolumen von 45 Millionen Euro. Die Kombination aus Abschreibungslast und knapper Kasse legte damit früh den Grundstein für die jetzige Zahlungsstörung.

Dabei ist es nicht der erste Eingriff in die Anleihebedingungen. Bereits im November 2025 beschlossene Anpassungen wurden Ende Januar wirksam: Die Laufzeit der Anleihe verlängerte sich bis zum 5. August 2028, der Zinssatz stieg im Gegenzug auf 8,00 Prozent per annum. Der aktuelle Ausfall betrifft damit bereits die erste unter den neuen, höher verzinsten Konditionen fällige Zahlung – ein Umstand, der die Verhandlungsposition der Gläubiger gegenüber dem Management zusätzlich belasten dürfte.

Operatives Geschäft läuft trotz Krise weiter

Parallel zur Finanzierungskrise wickelt PANDION offenbar weiterhin Projektgeschäft ab. Im März stellten von Apollo Global Management verwaltete Fonds dem Unternehmen eine Projektfinanzierung über 240 Millionen Euro für das vollständig an die Siemens AG vermietete Büroprojekt „OfficeHome Beat“ in München bereit. Im Mai verkaufte PANDION zudem den vierten Bauabschnitt des Düsseldorfer Quartiersprojekts „Pandion Albertussee“ an GARBE Urban Real Estate. Solche Transaktionen zeigen, dass einzelne Projekte weiterhin Käufer und Finanziers finden – sie lösen aber offensichtlich nicht das grundsätzliche Liquiditätsproblem auf Konzernebene.

Kurs nahe am Jahrestief

Der Kurs der Anleihe DE000A289YC5 notiert aktuell bei 21,40 Euro und büßt am heutigen Freitag weitere 2,73 Prozent ein, nach einem Schlusskurs von 22,00 Euro am Donnerstag. Damit bewegt sich das Papier nur gut ein Viertel über seinem am Dienstag markierten 52-Wochen-Tief von 17,00 Euro – ein Beleg dafür, wie stark der Zahlungsausfall das Vertrauen der Anleihegläubiger erschüttert hat.

Webcast soll Klarheit bringen

Für Anleger richtet sich der Blick nun auf zwei Termine. Am 28. August will PANDION den Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 veröffentlichen, der erste tiefere Einblick in die aktuelle Liquiditätslage seit Bekanntwerden der Krise geben dürfte. Bereits zuvor, am 1. September, ist ein Webcast für Anleihegläubiger angesetzt, in dem das Management die Hintergründe der Finanzierungslücke und den weiteren Sanierungspfad erläutern soll. Bis dahin bleibt offen, ob es gelingt, den ausgefallenen Finanzierungsbaustein zeitnah zu ersetzen – oder ob weitere Eingriffe in die Anleihebedingungen folgen.

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