Partners Group Aktie: 250 Millionen Euro für Fondsumbau
Der Schweizer Vermögensverwalter reagiert mit einer neuen Aktienstruktur auf Bewertungsabschläge. Die Aktie fällt dennoch weiter und notiert nahe dem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Zweigeteilte Aktienstruktur für Londoner Fonds
- Anleger können zwischen Beteiligung und Ausstieg wählen
- Evergreen-Fonds belasten weiterhin den Aktienkurs
- Jahresprognose trotz Krise aufrechterhalten
Partners Group baut um. Der Schweizer Privatmarktanbieter strukturiert einen seiner Londoner Fonds neu. Das Ziel: unzufriedenen Anlegern einen Ausstieg bieten. An der Börse verpufft die Maßnahme völlig. Die Aktie stürzt weiter ab und kämpft mit den Folgen einer viel größeren Krise.
Zweiteilung soll Abschläge stoppen
Der Verwaltungsrat der Partners Group Private Equity Limited (PGPE) greift ein. Er führt eine zweigeteilte Aktienstruktur ein. Künftig gibt es Beteiligungs- und Realisierungsaktien. Damit reagiert das Management auf anhaltende Bewertungsabschläge. Diese belasten britische Investmentfonds derzeit massiv.
Aktionäre können nun wählen. Sie bleiben entweder langfristig investiert oder ziehen schrittweise Kapital ab. Die Anzahl der Realisierungsaktien ist auf 30 Prozent des Kapitals begrenzt. Das entspricht bei vollständiger Ausübung rund 250 Millionen Euro. Der Fonds verwaltete Ende April knapp 800 Millionen Euro.
Die eigentliche Baustelle
Wichtig für Aktionäre: PGPE ist ein geschlossener Fonds. Der aktuelle Umbau hat nichts mit den Evergreen-Fonds zu tun. Genau diese offenen Strukturen belasten den Aktienkurs der Holding seit Wochen schwer.
Partners Group hatte Abhebungen aus seinem Global Value SICAV-Vehikel auf fünf Prozent gedeckelt. Zuvor wollten Anleger fast zehn Prozent des Kapitals abziehen. Ein weiterer US-Fonds steht vor Rückforderungen von rund sechs Prozent.
Drei weitere Evergreen-Fonds erwarten ebenfalls Abflüsse zwischen 3,5 und 5 Prozent. Diese Vehikel verwalten zusammen fast zehn Milliarden Dollar. Das Unternehmen wehrt sich derweil vehement gegen Kritik. Das Management wies Vorwürfe eines US-Shortsellers zurück und erstattete Strafanzeige.
Aktie im freien Fall
Am Markt herrscht blanke Nervosität. Die Partners Group-Aktie schloss am Freitag bei 735,00 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 33 Prozent an Wert verloren. Das 52-Wochen-Tief ist nur noch einen Wimpernschlag entfernt.
Der RSI-Wert von 26,4 signalisiert eine technisch stark überverkaufte Lage. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt rund 28 Prozent. Eine schnelle Erholung zeichnet sich nicht ab.
Warten auf den Juli
Trotz der Krise hält das Management an der Jahresprognose fest. Der Bruttomittelzufluss soll im laufenden Jahr bis zu 32 Milliarden Dollar erreichen. Im institutionellen Geschäft gibt es erste Lichtblicke. Ein neues Programm für Immobilien-Secondaries sammelte bereits über 650 Millionen Dollar ein.
Allerdings rechnet Partners Group mit Bremsspuren. Die Evergreen-Plattform dürfte das Wachstum im zweiten Halbjahr dämpfen. Da Managementgebühren direkt an die Vermögensbasis geknüpft sind, trifft dies den Gewinn unmittelbar.
Am 15. Juli legt das Unternehmen offizielle Zahlen vor. Dann veröffentlicht Partners Group das verwaltete Vermögen per Ende Juni. Dieser Bericht liefert den nächsten harten Fakten-Check für die Aktie.
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