Partners Group Aktie: 52-Wochen-Tief bei 701 Euro
Rücknahmebegrenzungen in Evergreen-Fonds belasten Partners Group schwer. Trotz Käufen durch Mitgründer bleibt der Aktienkurs im freien Fall.

Kurz zusammengefasst
- Kursverlust von rund 35 Prozent seit Jahresbeginn
- Rücknahmebegrenzung in Milliarden-Fonds ausgelöst
- Mitgründer kauft Aktien für über 20 Millionen Franken
- Analysten senken Kursziele deutlich
Die Partners-Group-Aktie notiert auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr. Seit Jahresbeginn hat der Kurs rund 35 Prozent verloren — ausgelöst durch eine Rücknahmekrise in den Evergreen-Fonds, die das Vertrauen der Anleger erschüttert hat.
Rücknahmedruck als Auslöser
Der Absturz begann Anfang Juni. Partners Group teilte mit, dass sein 8,6 Milliarden Dollar schwerer Flaggschiff-Fonds Global Value SICAV die Rücknahmen auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal begrenzt. Hintergrund: Die Rücknahmeanträge waren im zweiten Quartal auf geschätzte 9,8 Prozent gestiegen.
Damit nicht genug. Ein US-amerikanisches Private-Equity-Evergreen-Vehikel rechnet mit Rücknahmeanträgen von rund 6 Prozent. Drei weitere Evergreen-Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 9,7 Milliarden Dollar erwarten Rücknahmen zwischen 3,5 und 5 Prozent. Die Hauptquelle des Drucks: private Vermögenskunden, die rund 20 Prozent des verwalteten Vermögens ausmachen.
Gegensignal vom Mitgründer
Mitgründer Alfred Gantner kaufte Partners-Group-Aktien im Wert von mehr als 20 Millionen Schweizer Franken. Er bezeichnete den Kursrückgang als „massive Überreaktion“. Ein klares Vertrauenssignal — allerdings reichte es bislang nicht aus, den Kurs zu stabilisieren.
Parallel dazu strukturiert Mitgründer Urs Wietlisbach seine Beteiligung um. Er gliedert eine eigenständige Einheit aus der gemeinsamen Familien-Holding PG3 aus, die seit 2013 das Vermögen der drei Gründer verwaltet. Wietlisbach sucht mehr Eigenständigkeit bei persönlichen Investitionen. Analysten lesen solche Schritte oft als Signal für geänderte Diversifikationsstrategien der Gründungsaktionäre.
Analysten senken Kursziele
Die Reaktion der Analystenhäuser fiel deutlich aus. Jefferies kürzte das Kursziel von 1.130 auf 760 Franken, die Bank of America von 1.150 auf 850 Franken — beide mit Halten-Rating. Octavian senkte auf 1.175 von 1.375 Franken, behält aber die Kaufempfehlung. Oddo BHF stufte gleich von Kauf auf Halten zurück. Die EPS-Prognosen für 2026 und 2027 sanken je nach Haus um 10 bis 22 Prozent.
Das Management hält dennoch an der Jahresguidance fest. Die erwartete Brutto-Neukundennachfrage von 26 bis 32 Milliarden Dollar für 2026 bleibt bestätigt. Für das zweite Halbjahr rechnet Partners Group mit einem Netto-AuM-Bremseffekt von 1 bis 2 Prozent durch die Evergreen-Plattform — mit ähnlichem Effekt für 2027.
Aktuell notiert die Aktie bei 705,80 Euro, knapp über dem 52-Wochen-Tief von 701,00 Euro. Der RSI liegt bei 22,9 — technisch tief im überverkauften Bereich.
Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die AuM-Zahlen per Ende Juni. Dann zeigt sich, ob die Neuzuflüsse die Abflüsse aus dem Global Value SICAV ausgleichen konnten — und ob die Wachstumsziele für das zweite Halbjahr noch tragen. Der vollständige Halbjahresbericht folgt am 1. September.
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