Partners Group Aktie: Aroma-Zone-Übernahme vor Abschluss
Partners Group meldet schwächere Halbjahreszahlen, senkt die Performance-Fee-Prognose und treibt Zukäufe in Infrastruktur und Private Credit voran.

Kurz zusammengefasst
- Nettogewinn fällt auf 502 Millionen Franken
- Performance Fees sinken um 39 Prozent
- Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und Kosmetik
- Vontobel hält an Kaufempfehlung fest
Während die Aktie von Partners Group nach der gestrigen Gewinnwarnung und dem angekündigten CEO-Wechsel auf Talfahrt bleibt, treibt der Vermögensverwalter im Hintergrund seine Expansionsstrategie voran. Gleich mehrere Zukäufe und ein milliardenschweres Mandat zeigen, dass das Unternehmen trotz sinkender Erfolgshonorare auf Wachstum in neuen Feldern setzt.
Milliardenschwere Zukäufe in Asien und Europa
Anfang August wurde bekannt, dass Partners Group vor der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke Aroma-Zone steht. Der Deal bewertet das Unternehmen laut Medienberichten mit rund 2 Milliarden Euro.
Parallel dazu investiert Partners Group über 1 Milliarde US-Dollar Eigenkapital in den Rechenzentrumsversorger AVK Power Solutions – ein Schritt, der die zunehmende Bedeutung von Infrastruktur für Rechenzentren im Portfolio unterstreicht.
Bereits Mitte August hatte der Vermögensverwalter ein Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar mit einem großen institutionellen Investor in Asien abgeschlossen. Die Deal-Aktivität zeigt: Partners Group setzt weiter auf Diversifizierung über Private Equity hinaus, insbesondere in Private Credit und Infrastruktur.
Schwache Zahlen bremsen die Dynamik
Diese Expansionsschritte stehen im Kontrast zu den am Dienstag vorgelegten Halbjahreszahlen. Der Nettogewinn sank um 13 Prozent auf 502 Millionen Franken, das EBITDA fiel um 9 Prozent auf 706 Millionen Franken.
Die Erträge gingen insgesamt um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken zurück, wobei vor allem die Performance Fees mit einem Rückgang von 39 Prozent auf 216 Millionen Franken belasteten. Die Management Fees hingegen legten um 6 Prozent zu – ein Hinweis darauf, dass das verwaltete Vermögen von 185 auf 186 Milliarden US-Dollar leicht wuchs.
Als Reaktion auf die schwächeren Erfolgshonorare senkte das Unternehmen seine Prognose für Performance Fees auf 20 bis 25 Prozent des Gesamtjahresumsatzes, nachdem zuvor das untere Ende einer Spanne von 25 bis 40 Prozent avisiert worden war. Die Zielmarke für Kapitalzusagen 2026 von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar bestätigte das Management dagegen unverändert.
Kursreaktion und Marktumfeld
Der Kurs reagierte auf die Nachrichtenflut mit einem Rückgang um 7,4 Prozent auf 720,60 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 7,7 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat die Aktie 32 Prozent verloren. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.240,00 Euro, erreicht Anfang September vergangenen Jahres, klafft inzwischen eine Lücke von 42 Prozent.
Zugleich notiert das Papier nur noch knapp 4,9 Prozent über seinem jüngsten Jahrestief, das Ende Juni im Zuge der Turbulenzen um Rücknahmebeschränkungen bei Evergreen-Fonds markiert wurde – seither hat sich die Aktie um rund 20 Prozent verbilligt.
Vontobel bestätigte gestern trotz der schwachen Zahlen sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 960 Franken. Die Analysten setzen damit auf die langfristige Strategie des Unternehmens, während der bevorstehende Führungswechsel an der Spitze – Roberto Cagnati und Juri Jenkner sollen zum Jahresende die Nachfolge von David Layton als Co-CEOs antreten – für zusätzliche Unsicherheit sorgt.
Ob die neuen Zukäufe die schwächelnden Erfolgshonorare kompensieren können, dürfte für Anleger die entscheidende Frage der kommenden Quartale bleiben.
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