Partners Group Aktie: Bain Capital kauft Gong cha
Partners Group veräußert Bubble-Tea-Kette Gong cha an Bain Capital. Parallel treibt der Asset Manager sein Asien-Geschäft mit einem Milliarden-Mandat voran.

Kurz zusammengefasst
- Bain Capital übernimmt Gong cha
- Milliarden-Mandat aus Asien gesichert
- Evergreen-Fonds belasten Aktienkurs
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 27 Prozent
Partners Group trennt sich von seiner Private-Credit-Investition in die taiwanesische Bubble-Tea-Marke Gong cha. Bain Capital übernimmt die Kette von TA Associates, wie Bloomberg berichtet. Der Exit reiht sich in eine Serie von Portfoliobewegungen ein, mit denen die Schweizer Beteiligungsgesellschaft in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgte.
Neue Milliarden aus Asien, ein Exit im Bubble-Tea-Geschäft
Der Rückzug aus Gong cha fällt in eine Phase, in der Partners Group sein Asien-Geschäft gezielt ausbaut. Erst vor rund einer Woche hatte das Unternehmen ein Private-Credit-Mandat über eine Milliarde US-Dollar mit einem großen institutionellen Investor in Asien abgeschlossen.
Der Verkauf der Bubble-Tea-Beteiligung zeigt, dass Partners Group parallel zum Aufbau neuer Mandate bestehende Positionen realisiert, sobald sich Käufer wie Bain Capital finden.
Für das Anlagegeschäft insgesamt bleibt die Nachfrage robust. Im ersten Halbjahr sammelte Partners Group bei Kunden 16 Milliarden Dollar an neuen Geldern ein. Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer Bruttonachfrage zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar.
Evergreen-Fonds bleiben Belastungsfaktor
Diesem operativen Fortschritt steht eine deutlich schwierigere Kapitalmarktwahrnehmung gegenüber. Bloomberg berichtete vor rund zwei Wochen, dass Partners Group in diesem Jahr zum schwächsten Wert im MSCI-Sektorindex für europäische Finanzunternehmen wurde.
Investoren treibt die Sorge um, dass Rücknahmeanträge aus den populären Evergreen-Fonds das Geschäftsmodell unter Druck setzen. Bereits Anfang Juni hatte Partners Group die Anteilsrücknahme bei einem milliardenschweren Evergreen-Fonds begrenzen müssen, um Notverkäufe der zugrunde liegenden Beteiligungen zu vermeiden.
Diese strukturelle Frage überlagert seither positive Einzelmeldungen aus dem operativen Geschäft. Auch die Aroma-Zone-Transaktion, bei der Partners Group eine Mehrheitsbeteiligung an der französischen Naturkosmetikmarke vom bisherigen Mehrheitseigner Eurazeo übernehmen will, ändert daran wenig. Eurazeo soll danach eine bedeutende Minderheitsbeteiligung behalten – die Verhandlungen laufen exklusiv.
Aktie bewegt sich seitwärts, Bewertungsvorwürfe bleiben ungeklärt
Am Aktienmarkt hat sich die Lage zuletzt stabilisiert, ohne dass von einer Trendwende die Rede sein könnte. Der Schlusskurs vom Dienstag lag bei 770,40 Euro, binnen 30 Tagen legte das Papier um 6,1 Prozent zu. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Verlust von 27 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch vom 2. September 2025 fehlen der Aktie 38 Prozent.
Ungeklärt bleibt zudem der im Frühjahr erhobene Vorwurf der Leerverkäufer-Firma Grizzly Reports, die Partners Groups Bewertungspraktiken infrage gestellt hatte. Das Unternehmen bezeichnete den Bericht als frivol, verleumderisch und irreführend und prüft rechtliche Schritte, einschließlich möglicher Meldungen an Aufsichtsbehörden wegen Marktmanipulation.
Für Anleger bleibt die Gemengelage aus operativem Wachstum in Asien, Rücknahmedruck bei den Evergreen-Fonds und ungeklärten Bewertungsfragen die zentrale Größe, an der sich der weitere Kursverlauf entscheiden dürfte.
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