Partners Group Aktie: Führung kauft für 60 Millionen
Führungskräfte der Partners Group investieren über 60 Mio. CHF in eigene Aktien, um trotz Kursverlusten und Fonds-Problemen Vertrauen zu schaffen.

Kurz zusammengefasst
- Management kauft Aktien für 60 Mio. CHF
- Fonds-Rückgaben auf fünf Prozent gedeckelt
- Infrastruktur-Deals über 500 Mio. Euro
- Halbjahres-Update am 15. Juli erwartet
Starke Kursverluste und eingefrorene Kundengelder setzen die Partners Group massiv unter Druck. Jetzt reagiert die Führungsriege des Schweizer Spezialisten für Privatmärkte auf die Krise. Mit groß angelegten Aktienkäufen will das Management das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.
Seit dem Tiefststand Ende Juni bei 686,80 Euro griffen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung tief in die eigene Tasche. Insgesamt erwarben die Führungskräfte eigene Aktien im Wert von über 60 Millionen Schweizer Franken. Die Botschaft: Das Management glaubt an die langfristige Strategie. Zuvor hatte das Papier seit Jahresbeginn rund 32 Prozent an Wert verloren.
Eingefrorene Fonds und Leerverkäufer
Der drastische Kursverfall hat klare Gründe. Im ersten Halbjahr geriet ein milliardenschwerer Fonds unter Beschuss. Privatanleger wollten deutlich mehr Kapital abziehen, als vertraglich vereinbart war. Das Unternehmen deckelte die Rückgaben kurzerhand bei fünf Prozent des Fondsvolumens.
Hinzu kam eine Attacke des Leerverkäufers Grizzly Research. Die Partners Group wies die Vorwürfe zwar als diffamierend zurück. Der Marktdruck blieb jedoch enorm. Kein Wunder.
Millionen-Deals in der Infrastruktur
Neben den Stützungskäufen setzt das Management auf operative Stärke. Der Fokus liegt dabei auf dem Infrastruktur-Sektor. Kürzlich kaufte das Unternehmen für rund 260 Millionen Britische Pfund eine Leasing-Plattform für Züge. Weitere 250 Millionen US-Dollar flossen in ein globales Flugzeug-Portfolio.
Damit sichert sich der Konzern stabile Zahlungsströme. Auch an der Prognose hält der Vorstand fest. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr weiterhin Brutto-Neugelder von mindestens 26 Milliarden US-Dollar.
Technischer Abwärtstrend
Trotz der jüngsten Käufe kämpft die Aktie mit einem schwachen Chartbild. Am Freitag ging das Papier bei 737,40 Euro aus dem Handel. Damit notiert der Titel weiterhin über 26 Prozent unter seinem langfristigen Durchschnitt. Die enorm hohe Kursschwankung verdeutlicht die anhaltende Nervosität der Anleger.
Fokus auf den 15. Juli
Die Bewährungsprobe folgt in wenigen Tagen. Am 15. Juli veröffentlicht die Partners Group das Update zum verwalteten Vermögen für das erste Halbjahr. Diese Zahlen zeigen dann, wie stabil das institutionelle Kerngeschäft wirklich ist.
Dieser Bereich macht immerhin 80 Prozent der Kundengelder aus. Erfüllen die Ergebnisse die Erwartungen, könnte die Aktie einen Boden bilden. Enttäuscht der Bericht, droht ein erneuter Test der jüngsten Tiefststände.
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