Partners Group Aktie: Klage gegen Grizzly Research eingereicht
Der Schweizer Vermögensverwalter geht juristisch gegen die Vorwürfe des US-Shortsellers vor und passt seine Anlagestrategie an.

Kurz zusammengefasst
- Klage gegen Grizzly Research eingereicht
- Wirecard-Vergleich scharf zurückgewiesen
- Vorsichtigere Investitionen in soziale Bereiche
- Aktie bleibt nahe 52-Wochen-Tief
Partners Group zieht vor Gericht. Der Schweizer Private-Markets-Spezialist verklagt den US-Shortseller Grizzly Research. Verwaltungsratspräsident Steffen Meister bestätigte den Schritt gegenüber der „NZZ am Sonntag“. Der Aktienkurs bleibt unter Druck.
Shortseller-Angriff mit Wirecard-Vergleich
Grizzly Research hatte Ende Mai einen Bericht veröffentlicht, der schwere Vorwürfe enthielt. Der Shortseller stellte die Bewertungspraktiken des Vermögensverwalters infrage. Besonders brisant: Der Bericht bezeichnete Partners Group als „schlimmer als Wirecard“.
Das Unternehmen weist die Anschuldigungen entschieden zurück. Partners Group spricht von „frivolous, defamatory, and highly misleading“ – frivol, verleumderisch und extrem irreführend. Ein konkretes Beispiel: Grizzly behauptete, eine Beteiligung namens Zenith Longitude Limited habe keine realen Geschäfte. Tatsächlich handelt es sich um die Holding des Logistikers Apex Logistics, eine Mehrheitsbeteiligung von Partners Group.
Auch zu den Software-Vorwürfen nimmt das Unternehmen Stellung. Grizzly hatte Partners Group vorgeworfen, das Software-Engagement zu gering auszuweisen. Die tatsächliche Quote liege bei 9,9 Prozent der Private-Credit-Plattform – unterhalb des Branchendurchschnitts, so Partners Group.
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Strategische Reaktion
Parallel zum Rechtsstreit justiert Partners Group operativ nach. Das Portfolio umfasst über 150 Unternehmen. Künftig will das Management vorsichtiger in „sozial exponierte Bereiche“ investieren – eine Reaktion auf die Reputationsrisiken, die der Grizzly-Vorfall sichtbar gemacht hat. Das Unternehmen räumt ein, dass unter normalen Marktbedingungen fünf bis zehn Prozent der Beteiligungen mit operativen Schwierigkeiten rechnen müssen.
Kursentwicklung bleibt angeschlagen
Die Aktie notiert bei 902,60 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt der Verlust 17,3 Prozent. Das 52-Wochen-Tief bei 870,80 Euro liegt nur 3,7 Prozent entfernt. Der Kurs hat sich nach der jüngsten Dividendenzahlung und der Klageankündigung etwas stabilisiert, bleibt aber weit unter dem Jahreshoch von 1.213,50 Euro.
Ausblick: Halbjahresbericht als Prüfstein
Der nächste große Test für Partners Groups Glaubwürdigkeit kommt am 1. September. Dann erscheint der Halbjahresbericht. Investoren werden genau prüfen, ob die neuen Investitionsrichtlinien Früchte tragen und ob die Fundamentaldaten die Shortseller-Vorwürfe endgültig widerlegen. Zuvor legt das Unternehmen am 15. Juli ein Update zu den verwalteten Vermögen vor.
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