Partners Group Aktie: Refinanzierungsklemme vor Zahlenvorlage
Partners Group muss Refinanzierungen über sechs Milliarden Euro bewältigen, während sinkende Performance Fees und Rücknahmen das Fondsgeschäft belasten.
Kurz zusammengefasst
- Emeria trägt größte Refinanzierungslast
- Kapitalspritze von 200 Millionen Euro erwogen
- Jefferies reduziert Kursziel um ein Drittel
- Neugeschäft erreicht 16 Milliarden Dollar
Partners Group steckt in einer Refinanzierungsklemme bei drei Portfoliounternehmen. Der Schweizer Private-Markets-Investor muss bis 2028 rund 6 Milliarden Euro Schulden bei Emeria, Ammega und Breitling neu ordnen – und das ausgerechnet einen Tag vor der Vorlage der Halbjahreszahlen an diesem Dienstag.
Emeria als größte Baustelle
Im Zentrum steht die Immobiliendienstleistungsgruppe Emeria mit Schulden von rund 3,5 Milliarden Euro, die zwischen 2027 und 2028 fällig werden. Der Verschuldungsgrad liegt Berichten zufolge bei mehr als dem Elffachen des EBITDA. Partners Group erwägt gemeinsam mit TA Associates eine Kapitalspritze von 200 Millionen Euro, um das Unternehmen zu stabilisieren.
Die Kreditratings der betroffenen Portfoliofirmen wurden bereits auf Junk-Niveau herabgestuft, entsprechende Kredite handeln unter Nennwert. Gläubiger fordern nach Medienberichten eine klarere Kommunikation über den weiteren Kurs.
Auch bei Ammega und dem Uhrenhersteller Breitling – dessen Mehrheitseigner Partners Group ist – stehen Refinanzierungen an. Das Volumen von insgesamt sechs Milliarden Euro über drei Beteiligungen hinweg zeigt, wie stark der hohe Fremdkapitalanteil vieler Buyout-Investments unter den gestiegenen Zinsen leidet. Das Analysehaus Jefferies hat sein Kursziel für die Aktie um rund ein Drittel gesenkt.
Fondsgeschäft unter Druck
Neben der Schuldenlast belastet auch das Fondsgeschäft die Stimmung. Bei der Evergreen-Plattform Partners Group Global Value SICAV mit einem Volumen von 8,6 Milliarden Dollar gingen im zweiten Quartal Rücknahmeanträge über 9,8 Prozent des Fondsvermögens ein – deutlich mehr als die eingezogene Kappungsgrenze von 5 Prozent zulässt. Dieses Thema ist seit über einem Monat bekannt, die Aktie hat seither rund 13,6 Prozent verloren.
Für das erste Halbjahr 2026 rechnet der Konsens mit Erträgen von 1.127 Millionen Franken, getragen von Management Fees in Höhe von 918 Millionen Franken. Die Performance Fees dürften dagegen von 314 auf 207 Millionen Franken einbrechen – ein Rückgang von mehr als einem Drittel. Das erwartete EBITDA liegt bei 711 Millionen, der Reingewinn bei 537 Millionen Franken.
Auf der Habenseite steht das Neugeschäft: Im ersten Halbjahr sammelte Partners Group nach eigenen Angaben 16 Milliarden Dollar an neuen Kundenaufträgen ein, das Jahresziel liegt bei 26 bis 32 Milliarden Dollar.
Kurs unter Druck, Blick auf Dienstag
Die Partners-Group-Aktie notiert aktuell bei 778,20 Euro und hat allein am heutigen Handelstag 2,6 Prozent verloren. Der Titel bleibt damit rund 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.240 Euro – ein Abstand, der die Größenordnung des Vertrauensverlusts seit dem Refinanzierungsdruck und den schwächelnden Performance Fees widerspiegelt.
Anleger richten den Blick nun auf die Zahlenvorlage an diesem Dienstag, die erstmals belastbare Aussagen zum Umgang mit der Emeria-Problematik liefern dürfte.
Für Investoren bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Solides Neugeschäft und ein wachsendes verwaltetes Vermögen stehen einer konkreten Refinanzierungslast von sechs Milliarden Euro gegenüber, die sich über die kommenden zwei Jahre erstreckt. Wie glaubwürdig das Management diesen Spagat am Dienstag kommuniziert, dürfte über die kurzfristige Kursrichtung entscheiden.
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