Partners Group Aktie: Verkauft Gong cha an Bain Capital
Partners Group erwartet im Halbjahr weniger Gewinn, während Refinanzierungen über rund 6 Milliarden Euro die Marktstimmung belasten.
Kurz zusammengefasst
- Reingewinn laut Konsens rückläufig erwartet
- Rund sechs Milliarden Euro Refinanzierungen
- Gong-cha-Beteiligung an Bain Capital verkauft
- Aktie seit Jahresbeginn 27 Prozent tiefer
Partners Group legt am heutigen Vormittag den Halbjahresbericht 2026 vor. Analysten erwarten laut AWP-Konsens einen Rückgang des Reingewinns auf 537 Millionen Franken, nach 578 Millionen im Vorjahreszeitraum. Auch die Performance Fees dürften rückläufig ausgefallen sein.
Der Aktienkurs geriet bereits am Vortag unter Druck. Am Montag verlor das Papier 2,6 Prozent und schloss bei 778,20 Euro. Hintergrund waren Berichte über eine anstehende Refinanzierungswelle von rund 6 Milliarden Euro bei mehreren Portfoliogesellschaften des Zürcher Beteiligungshauses.
Refinanzierung als Belastungsfaktor
Medienberichten zufolge stehen bei den Beteiligungen Emeria SASU, Ammega Group BV und Breitling AG bis 2028 Kredite in Höhe von insgesamt etwa 6 Milliarden Euro zur Refinanzierung an.
Der Marktwert dieser Verbindlichkeiten notiert wegen zurückliegender Kredit-Herabstufungen teils deutlich unter dem Nennwert. Das nährt Zweifel an der Werthaltigkeit einzelner Portfoliopositionen und dürfte die Stimmung im Vorfeld der Zahlenvorlage zusätzlich gedrückt haben.
Die Zürcher Kantonalbank bestätigte am Montag ihre Einstufung „Übergewichten“ mit einem fairen Wert von 1.050 Franken. Analyst Daniel Regli erwartete von den heutigen Halbjahreszahlen allerdings kaum positive Impulse – ein Hinweis darauf, dass die Refinanzierungsthematik aus Sicht der Bank kurzfristig schwerer wiegt als die reinen Ergebniszahlen.
Operatives Geschäft läuft weiter
Abseits der Bilanzsorgen setzte Partners Group das operative Geschäft fort. Am 24. August verkaufte das Unternehmen seine Beteiligung am Tee-Franchise Gong cha an Bain Capital. Partners Group war seit 2019 sowohl als Kreditgeber mit einem Finanzierungspaket von über 200 Millionen US-Dollar als auch als Eigenkapitalinvestor an der Expansion der Kette von 1.000 auf 2.200 Filialen beteiligt.
Bereits am 17. August hatte das Unternehmen ein neues Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar mit einem institutionellen Investor aus Asien abgeschlossen, das die Verwaltung von Senior- und Junior-Direktkrediten umfasst. Bei der Portfoliogesellschaft Emeria startete zudem Mitte August ein Programm zur Implementierung von „Agentic AI“ im Immobilienmanagement, das die EBITDA-Marge um rund 130 Basispunkte steigern soll.
Kursbild bleibt angespannt
Mit dem jüngsten Rückgang liegt die Aktie seit Jahresbeginn 27 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht summiert sich der Verlust auf 33 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.240 Euro vom 2. September 2025 beträgt der Abstand 37 Prozent.
Zum 50-Tage-Durchschnitt von 750,01 Euro notiert das Papier hingegen mit einem Aufschlag von 3,8 Prozent, was auf eine gewisse kurzfristige Stabilisierung nach den vorangegangenen Verlusten hindeutet.
Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die heutigen Zahlen und den begleitenden Analysten-Webcast. Entscheidend dürfte weniger die erwartete Gewinnentwicklung sein als die Frage, wie das Management die Refinanzierungsrisiken bei den betroffenen Portfoliogesellschaften einordnet.
Partners Group-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Partners Group-Analyse vom 1. September liefert die Antwort:
Die neusten Partners Group-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Partners Group-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Partners Group: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...