Partners Group Aktie: Zahlen am 15. Juli
Evergreen-Fonds von Partners Group leiden unter Kapitalabflüssen. Analysten reagieren mit drastisch reduzierten Kurszielen und Herabstufungen.

Kurz zusammengefasst
- Rücknahmen in Fonds begrenzt
- Analysten senken Gewinnprognosen
- Kurs nahe Jahrestief notiert
- Management hält an Prognose fest
Partners Group steckt in der Klemme. Evergreen-Fonds verlieren Kapital, Analysten kappen ihre Ziele, und die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief. Das alles zusammen erzeugt einen Druck, der sich im Kurs bereits deutlich niederschlägt.
Rücknahmen überfordern die Flaggschiff-Fonds
Anfang Juni begrenzte Partners Group die Rücknahmen aus dem Global Value SICAV auf 5 Prozent des Nettoinventarwerts. Der Grund: Anleger hatten Rücknahmen von geschätzten 9,8 Prozent beantragt — fast doppelt so viel, wie der Fonds bedienen konnte. Das Fondsvolumen beläuft sich auf 8,6 Milliarden Dollar.
Kein Einzelfall. Ein in Delaware ansässiges Vehikel verzeichnete Abflüsse von rund 6 Prozent des NAV. Drei weitere Evergreen-Fonds mit zusammen rund 9,7 Milliarden Dollar erwarten im zweiten Quartal Rücknahmen zwischen 3,5 und 5 Prozent. Privatanleger, die rund 20 Prozent des verwalteten Vermögens stellen, reagieren auf Marktvolatilität deutlich aggressiver als institutionelle Kunden.
Analysten senken Ziele im Gleichschritt
AlphaValue/Baader Europe erwartet für 2026 nun ein AuM-Wachstum von null. Die EPS-Prognose für 2026 fiel auf 46 Schweizer Franken, das entspricht einem Minus von gut 7 Prozent. Für 2027 senkten die Analysten ihre Schätzung um fast 21 Prozent auf 49,7 Franken. Das Kursziel liegt bei 1.008 Franken.
Bank of America kürzte ihr Ziel von 1.150 auf 850 Franken, Jefferies von 1.130 auf 760 Franken — beide mit Halte-Einstufung. Oddo BHF stufte die Aktie von Kauf auf Halten zurück. Über alle 13 erfassten Analysten liegt das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel bei 966 Franken.
Das Kernargument der Bären: Wenn das Gating die Gebühreneinnahmen drückt, bewertet der Markt Partners Group nach dem Ertragsstream — nicht nach dem Portfoliowert. Der NAV des Portfolios mag stabil sein. Für den Kurs zählt das kurzfristig wenig.
Management hält Guidance, Markt glaubt es kaum
Partners Group hat seine Jahresprognose nicht angepasst. Das Unternehmen erwartet Brutto-Neugeldzuflüsse zwischen 26 und 32 Milliarden Dollar für 2026. Die erfolgsabhängigen Gebühren sollen am unteren Ende der Spanne von 25 bis 40 Prozent des Umsatzes liegen — nach einem Rekordjahr mit 819 Millionen Franken 2025.
Der Markt quittiert das skeptisch. Die Aktie verlor in den vergangenen 30 Tagen knapp 25 Prozent und notiert mit einem RSI von 24,6 tief im überverkauften Bereich. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.213,50 Euro ist der Kurs inzwischen über 40 Prozent entfernt.
Am 15. Juli legt Partners Group seine verwalteten Vermögen per 30. Juni offen. Dann zeigt sich erstmals in Zahlen, ob institutionelle Zuflüsse die Abflüsse aus dem Retail-Segment ausgleichen konnten — und ob die Guidance noch steht.
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