Partners Group Aktie: Zwei Milliarden-Mandate aus Asien gesichert
Partners Group erhält zwei asiatische Private-Credit-Mandate über jeweils 1 Milliarde US-Dollar und beendet zugleich sein Engagement bei Gong cha.

Kurz zusammengefasst
- Zwei asiatische Mandate über je eine Milliarde
- Gong-cha-Beteiligung nach Übernahme beendet
- Fundraising erreicht 16 Milliarden US-Dollar
- Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief
Während die Aktie von Partners Group unter Druck bleibt, zeigt das operative Geschäft des Schweizer Private-Markets-Investors bemerkenswerte Dynamik. Innerhalb weniger Tage sicherte sich der Konzern zwei milliardenschwere Mandate aus Asien – ein Kontrapunkt zur schwachen Kursentwicklung der vergangenen Wochen.
Wie Reuters berichtete, gewann Partners Group Ende August ein Private-Credit-Mandat über 1 Milliarde US-Dollar von einem großen asiatischen institutionellen Investor. Das offene Mandat soll Senior- und Junior-Direct-Lending-Strategien im asiatisch-pazifischen Raum finanzieren.
Nahezu parallel dazu wurde Partners Group in Berichten über den indonesischen Staatsfonds Danantara als Empfänger eines weiteren Mandats über ebenfalls 1 Milliarde US-Dollar genannt. Die Struktur sieht 600 Millionen US-Dollar für Direct Lending sowie 400 Millionen US-Dollar als diskretionäres beziehungsweise Co-Investment-Kapital vor.
Exit aus Bubble-Tea-Beteiligung abgeschlossen
Auf der Portfolioseite beendete Partners Group Ende August das Private-Client-Engagement bei Gong cha, nachdem Bain Capital den taiwanesischen Bubble-Tea-Anbieter im selben Monat übernommen hatte. Partners Group war 2019 mit 200 Millionen US-Dollar über eine Transaktion von TA Associates in das Unternehmen eingestiegen.
Der Ausstieg reiht sich in eine Serie von Portfoliobereinigungen ein, mit denen der Konzern realisierte Erträge generiert – ein Bereich, der angesichts der jüngst gesenkten Erwartungen an das Performance Income an Bedeutung gewinnt.
Die beiden neuen Mandate fallen in eine Phase, in der Partners Group sein verwaltetes Vermögen weiter ausbaut. Zum 30. Juni lag das Fundraising im ersten Halbjahr bei 16 Milliarden US-Dollar, das verwaltete Vermögen bei 186 Milliarden US-Dollar.
Für das Gesamtjahr hält der Konzern an seiner Prognose von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar an neuem Kundengeschäft fest. Die Milliardenmandate aus Asien liefern dafür einen konkreten Beleg – gerade weil das Segment Private Credit im aktuellen Marktumfeld als Wachstumstreiber gilt.
Dual-Share-Class-Struktur nimmt Formen an
Neben dem operativen Geschäft rückt eine strukturelle Neuerung in den Fokus: Im Zusammenhang mit dem Halbjahresbericht kündigte Partners Group an, dass Anteile zur geplanten Dual-Share-Class-Struktur Anfang September per Circular beziehungsweise Prospekt an die Aktionäre versendet werden. Details zur konkreten Ausgestaltung der beiden Anteilsklassen wurden bislang nicht veröffentlicht, dürften aber in den kommenden Wochen an Kontur gewinnen.
An der Börse hat die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen ihre Spuren hinterlassen. Die Aktie notiert bei 713,40 Euro und büßte im gestrigen Handel weitere 1,3 Prozent ein. Damit bewegt sich das Papier nur noch 3,9 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 686,80 Euro, das am 26. Juni markiert wurde – ein Signal dafür, dass die zuletzt schwache Kursentwicklung den Titel nahe an seine Jahrestiefststände herangeführt hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 1.240,00 Euro, erreicht Anfang September vergangenen Jahres, trennen die Aktie inzwischen 42 Prozent.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Operativ liefert Partners Group mit den neuen Mandaten Belege für ungebrochene Nachfrage im Private-Credit-Geschäft, während die Kapitalmarktbewertung die Verunsicherung über die künftige Ertragsstruktur widerspiegelt. Ob die milliardenschweren Zuflüsse aus Asien reichen, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, dürfte sich erst in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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