Partners Group: Zwei Aktienklassen gegen NAV-Abschlag
Der Investment-Trust PGPE plant zwei Aktienklassen, um den anhaltenden Bewertungsabschlag zu bekämpfen und Anlegern Wahlmöglichkeiten zu bieten.

Kurz zusammengefasst
- Zwei Aktienklassen vorgeschlagen
- Liquidationsaktien für Aussteiger
- NAV-Abschlag soll adressiert werden
- Entscheidung im vierten Quartal 2026
Der Londoner Investment-Trust Partners Group Private Equity Limited (PGPE) will sein Strukturproblem mit einem ungewöhnlichen Schritt angehen. Der unabhängige Verwaltungsrat schlägt vor, zwei Aktienklassen einzuführen — eine für Anleger, die investiert bleiben wollen, und eine für jene, die aussteigen möchten.
Wahl zwischen Wachstum und Liquidität
Der Vorschlag sieht „Continuing Ordinary Shares“ und „Realization Shares“ vor. Erstere folgen weiterhin der bestehenden Investitionsstrategie. Letztere werden schrittweise liquidiert: Investments werden realisiert, Erlöse ausgeschüttet, neue Investitionen gestoppt.
Das Ziel: den anhaltenden Abschlag auf den Nettoinventarwert (NAV) adressieren. Britische Investment-Trusts — besonders Private-Equity-Vehikel — handeln seit Jahren deutlich unter ihrem NAV. PGPE macht da keine Ausnahme.
Die „Realization Shares“ sind auf 30 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals begrenzt. Bei vollständiger Inanspruchnahme entspricht das rund 250 Millionen Euro. So soll das fortbestehende Vehikel groß genug bleiben, um handlungsfähig zu bleiben.
Belasteter Kontext
Die Reform kommt nicht aus dem Nichts. Medienberichte über Rücknahmebeschränkungen bei bestimmten Evergreen-Fonds von Partners Group haben den Aktienkurs der Holding zuletzt stark belastet. Am 22. Juni fiel die Aktie auf 733 Euro — ein neues Fünfjahrestief. Zuletzt notierte sie bei 714 Euro.
PGPE ist zwar keine offene Fondsstruktur. Die Rücknahmebeschränkungen betreffen also ein anderes Vehikel. Allerdings hat die negative Stimmung rund um Partners Group beide Instrumente erfasst.
Prognose und nächster Datenpunkt
Partners Group hält an seinen Wachstumszielen fest. Die erwartete Brutto-Neukundennachfrage für 2026 liegt bei 26 bis 32 Milliarden US-Dollar. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet das Unternehmen damit, dass die Evergreen-Plattform das Netto-AuM-Wachstum um ein bis zwei Prozent bremst. Denselben Effekt erwartet man für 2027.
Rund 80 Prozent des verwalteten Vermögens stammen von institutionellen Investoren, 20 Prozent von Privatvermögenskunden. Das institutionelle Standbein gibt Stabilität — doch die Abflüsse auf der Privatkundenseite bleiben ein Gegenwind.
Weitere Details zur Zwei-Aktienklassen-Struktur will der Verwaltungsrat im dritten Quartal 2026 veröffentlichen. Eine Generalversammlung soll dann abstimmen. Nimmt sie den Vorschlag an, könnte die neue Struktur im vierten Quartal 2026 in Kraft treten. Schon am 15. Juli liefert Partners Group ein AuM-Update — die ersten belastbaren Zahlen seit Beginn der Turbulenzen.
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