PayPal: 4.500 Jobs gestrichen

PayPal kündigt massiven Stellenabbau an, setzt auf KI und prüft Venmo-Optionen. Die Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen.

Dieter Jaworski ·
PayPal Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Stellenabbau von rund 20 Prozent
  • Fokus auf KI und Cloud-Migration
  • Venmo als strategischer Hebel
  • Aktie trotz Umsatzplus im Minus

Ein Quartalsbericht, der die Erwartungen übertrifft — und trotzdem bricht die Aktie zweistellig ein. Bei PayPal erzählen die Zahlen nur die halbe Geschichte.

CEO Enrique Lores hat einen tiefgreifenden Umbau angekündigt: Rund 20 Prozent der Belegschaft sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren abgebaut werden. Bei zuletzt knapp 23.800 Mitarbeitern entspricht das mehr als 4.500 Stellen. Ziel ist ein Einsparvolumen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar.

Kein reines Sparprogramm

Lores rahmt den Stellenabbau nicht als klassische Kostensenkung. Auf dem Earnings Call sprach er davon, PayPal müsse sich zu den Grundlagen rückbesinnen und „wieder ein Technologieunternehmen werden.“ Konkret: schnellere Migration in die Cloud, aggressiver Einsatz von KI. Dafür hat PayPal eigens ein Team für „KI-Transformation und Vereinfachung“ gegründet.

Die Einsparungen sollen also nicht durch bloße Stellenkürzungen entstehen, sondern durch KI-gestützte Prozesse, die organisatorische Ebenen überflüssig machen. Ob das Versprechen hält, ist die eigentliche Frage hinter dem Kursrutsch.

Venmo als Joker

Parallel zur Restrukturierung gliedert PayPal sein Geschäft in drei Segmente: Checkout-Lösungen, Konsumentenfinanzdienstleistungen inklusive Venmo sowie Zahlungsservices und Krypto. Venmo wird dabei bewusst außerhalb der Kernorganisation positioniert.

Lores ließ auf Nachfrage offen, ob ein Verkauf des Dienstleisters langfristig eine Option sei. Seine Antwort: „Meine oberste Priorität ist es, den Aktionärswert zu maximieren.“ Potenzielle Käufer sollen das Thema bereits sondieren. Vorerst bleibt Venmo im Konzern — als strategischer Hebel, dessen genaue Funktion noch unklar ist.

Markt reagiert skeptisch

Die Aktie verlor am Handelstag rund 11 Prozent auf 64,84 Dollar, obwohl PayPal im ersten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen übertraf. Die GAAP-Betriebsmarge sank um 182 Basispunkte auf 17,8 Prozent, der Nettogewinn fiel um 14 Prozent auf 1,113 Milliarden Dollar. Das Handelsvolumen erreichte das Dreifache des Tagesdurchschnitts, im Optionsmarkt wurden fünfmal so viele Kontrakte gehandelt wie üblich.

Das Analysten-Lager bleibt zurückhaltend. Von 18 Bewertungen der vergangenen drei Monate lauten 14 auf „Halten“, zwei auf „Kaufen“, zwei auf „Verkaufen“ — mit einem durchschnittlichen Kursziel von 48,93 Dollar. Keefe, Bruyette & Woods attestierten zwar, dass die Transformation laufe, warnten aber vor Skepsis angesichts schwacher Guidance-Untergrenze.

Harte Zahlen fehlen noch

Wettbewerber wie Stripe und Block haben ihre Dienste in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. PayPal steht unter Druck, Investitionen zu priorisieren und gleichzeitig die Margen zu stabilisieren — ein Spagat, der bislang nur angekündigt, nicht belegt ist.

Die Q2-Zahlen 2026 werden erstmals zeigen, ob die KI-Produktivitätsversprechen in messbaren Größen ankommen: Betriebsmarge, Umsatz je Mitarbeiter, Kostenbasis. Erst dann hat Lores echte Argumente gegen die Skepsis der Analysten.

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ISIN: US70450Y1038 WKN: A14R7U

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