PayPal erlebt an der Börse aktuell dramatische Stunden. Anleger flüchten aus dem Papier, nachdem der US-Zahlungsdienstleister nicht nur enttäuschende Quartalszahlen vorlegte, sondern gleichzeitig einen überraschenden Führungswechsel verkündete. Während die Gewinnprognose für das laufende Jahr zusammengestrichen wurde, stellt sich die drängende Frage: Kann ein neuer CEO das Ruder bei dem angeschlagenen Fintech-Riesen noch herumreißen?
Zahlenwerk enttäuscht auf ganzer Linie
Verantwortlich für den massiven Kursrutsch ist primär die operative Entwicklung im vierten Quartal 2025. PayPal verfehlte mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden US-Dollar die Erwartungen der Wall Street. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie blieb mit 1,23 US-Dollar hinter den Schätzungen zurück.
Besonders schwer wiegt jedoch die deutliche Abkühlung im Kerngeschäft. Das Wachstum im margenstarken Bereich „Branded Checkout“ brach auf lediglich ein Prozent ein, nachdem es im Vorquartal noch bei fünf Prozent gelegen hatte. Diese Zahl verdeutlicht, dass PayPal im harten Wettbewerb des digitalen Zahlungsverkehrs zunehmend Marktanteile verliert.
Erschwerend kommt der pessimistische Ausblick hinzu. Das Management rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Gewinnen – ein Szenario, das im scharfen Kontrast zu den bisherigen Wachstumshoffnungen der Analysten steht.
Führungswechsel sorgt für Unsicherheit
Als wäre die operative Schwäche nicht genug, sorgt ein plötzlicher Wechsel an der Unternehmensspitze für zusätzliche Unruhe. CEO Alex Chriss verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Sein Nachfolger wird Enrique Lores, der bisherige Chef von HP Inc., der sein Amt offiziell am 1. März 2026 antreten soll. Bis dahin führt Finanzchefin Jamie Miller die Geschäfte interimsweise.
Marktbeobachter werten diesen abrupten Personalwechsel in Kombination mit den schwachen Zahlen als klares Warnsignal. Die Unsicherheit über die zukünftige strategische Ausrichtung des Konzerns hat das Vertrauen der Investoren massiv beschädigt.
Analysten senken den Daumen
Die Reaktion der Finanzwelt folgte prompt. Zahlreiche Banken korrigierten ihre Bewertungen am Mittwoch drastisch nach unten:
* J.P. Morgan senkte das Kursziel von 70 auf 46 US-Dollar.
* Evercore ISI reduzierte das Ziel auf 40 US-Dollar.
* TD Cowen kappte die Erwartung auf 48 US-Dollar.
Immerhin gab es einen leichten Hoffnungsschimmer von Compass Point: Das Analysehaus stufte die Aktie von „Sell“ auf „Neutral“ hoch, mit der Begründung, dass die negativen Nachrichten nun weitgehend im Kurs eingepreist seien.
Der charttechnische Schaden ist immens. Die Aktie notiert aktuell bei rund 35,94 Euro und hat auf Wochensicht über 20 Prozent an Wert eingebüßt. Damit bewegt sich der Titel in unmittelbarer Nähe zum 52-Wochen-Tief.
Für den designierten CEO Enrique Lores wird der Amtsantritt im März zur sofortigen Bewährungsprobe. Angesichts der Prognose eines Ergebnisrückgangs im mittleren einstelligen Prozentbereich für das erste Quartal 2026 liegt der Fokus nun zwingend auf der Stabilisierung des Kerngeschäfts. Eine nachhaltige Bodenbildung der Aktie dürfte erst eintreten, wenn die neue Führung einen glaubwürdigen Plan zur Rückgewinnung von Marktanteilen präsentiert.
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