PayPal bekommt plötzlich wieder M&A-Fantasie – ausgerechnet nach einem schwierigen Start ins Jahr. Laut einem Bloomberg-Bericht prüft Stripe offenbar, ob sich ein Einstieg bei PayPal lohnt. Doch wie konkret ist das wirklich?
Stripe zeigt Interesse – aber noch ohne Angebot
Bloomberg berichtete am Dienstag, dass Stripe „vorläufiges Interesse“ an einer möglichen Übernahme von PayPal oder einzelner Unternehmensteile signalisiert habe. Die Gespräche sollen sich allerdings in einem sehr frühen Stadium befinden. Ein formales Angebot gebe es demnach nicht. Sowohl PayPal als auch Stripe wollten den Bericht laut CNBC nicht kommentieren.
Brisant: Bereits am Vortag hatte Bloomberg gemeldet, PayPal habe nach dem starken Kursverfall unaufgeforderte Übernahmeinteressen potenzieller Käufer auf sich gezogen. Mindestens ein großer Rivale habe demnach das Gesamtunternehmen im Blick, andere Interessenten eher bestimmte Vermögenswerte. Zudem soll PayPal im Zuge der Anfragen auch Gespräche mit Banken geführt haben.
Warum der Markt plötzlich reagiert
Der Hintergrund ist ein Februar, der für PayPal eher wie ein Stolperlauf wirkte. Anfang des Monats verfehlte das Unternehmen bei den Zahlen zum vierten Quartal 2025 laut Reuters sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Erwartungen. Gleichzeitig enttäuschte auch der Ausblick: Für 2026 stellte PayPal bei den bereinigten Ergebnissen nur eine Spanne von leichtem Rückgang bis leichtem Plus in Aussicht – deutlich weniger als die von Reuters (via LSEG) genannten rund 8% Wachstum, die der Markt zuvor erwartet hatte.
Zusätzlicher Druck kam durch einen Wechsel an der Spitze. Parallel zu den Quartalszahlen kündigte PayPal laut Reuters an, dass CEO Alex Chriss zurücktritt. Enrique Lores soll den Posten zum 1. März übernehmen, CFO Jamie Miller führt in der Übergangsphase interimistisch.
Operativ sorgte vor allem ein Punkt für Stirnrunzeln: Das margenstärkere „Branded Checkout“-Geschäft verlor spürbar an Tempo. Das Wachstum bei Online-Checkout verlangsamte sich im vierten Quartal laut CNBC auf 1%, nach 6% im Vorjahreszeitraum – belastet durch Schwäche im US-Einzelhandel, Gegenwind international und schwierigere Vergleichswerte.
Ein Bewertungsgefälle, das auffällt
Stripe selbst hat zuletzt seine Größenordnung unterstrichen: Am Dienstag meldete das Unternehmen einen Secondary-Share-Sale, der Stripe laut CNBC mit 159 Milliarden Dollar bewertet. In seinem Business-Update verwies Stripe außerdem auf 1,9 Billionen Dollar jährliches Zahlungsvolumen.
Genau dieses Gefälle macht die Spekulation so naheliegend: PayPal wirkt nach dem Kursrutsch deutlich günstiger bewertet als große Wettbewerber – und wird damit potenziell eher zum Ziel als zum Jäger. In den bereitgestellten Kursdaten spiegelt sich die Nervosität dennoch wider: Trotz einer Erholung in den letzten sieben Tagen liegt die Aktie seit zwölf Monaten klar im Minus.
Am 1. März übernimmt Enrique Lores offiziell – und damit auch die Aufgabe, Übernahmeinteresse (falls es konkreter wird) einzuordnen, während gleichzeitig das verlangsamte Checkout-Wachstum wieder stabilisiert werden muss.
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