PayPal Aktie: Gewinn top, Umsatz flau
PayPal steigert den bereinigten Quartalsgewinn und erhöht die Jahresprognose; Umsatz und Free Cashflow bleiben hinter den Erwartungen.

Kurz zusammengefasst
- Bereinigter Gewinn je Aktie bei 1,45 Dollar
- Umsatz erreicht 8,6 Milliarden Dollar
- Erste Bardividende von 0,14 Dollar beschlossen
- Weitere 2.000 Stellen sollen entfallen
PayPal liefert im dritten Quartal ein Bild mit zwei Gesichtern: Der bereinigte Gewinn schlägt die Erwartungen klar, der Umsatz bleibt dahinter zurück. Dazu kommt eine Premiere für die Aktionäre und ein weiterer Stellenabbau. Die Aktie reagiert unentschlossen.
Gewinn über Plan, Umsatz darunter
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um acht Prozent auf 1,45 Dollar. Analysten hatten mit rund 1,31 Dollar gerechnet. Der Umsatz legte um zwei Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar zu, die Erwartungen lagen bei etwa 8,7 Milliarden.
Nach US-Rechnungslegung fällt das Bild schwächer aus. Der Quartalsgewinn sank um 14 Prozent auf 1,07 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie auf 1,25 Dollar. Auch der Free Cashflow ging zurück, und zwar um 17 Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar. Die bereinigte operative Marge verbesserte sich dagegen leicht auf 18,8 Prozent.
Das Zahlungsvolumen wuchs um sechs Prozent auf 487,1 Milliarden Dollar, verfehlte damit aber die Markterwartung von 489,4 Milliarden. Die Zahl der aktiven Konten stieg nur um 0,6 Prozent auf 440 Millionen. Das Wachstum im Kerngeschäft bleibt also überschaubar.
Höhere Prognose, erste Dividende
Für 2026 hebt PayPal das bereinigte Ergebnis je Aktie auf etwa 5,60 Dollar an, zuvor waren es rund 5,38 Dollar. Die Wall Street hatte im Schnitt nur mit 5,39 Dollar gerechnet. Für das vierte Quartal stellt der Konzern 1,43 Dollar in Aussicht, ebenfalls über dem Konsens von 1,35 Dollar.
Der Verwaltungsrat beschloss zudem eine Bardividende von 0,14 Dollar je Aktie, zahlbar am 24. Dezember an Aktionäre, die am 4. Dezember im Register stehen. Es ist die erste Dividende der Firmengeschichte. Im Quartal flossen außerdem 1,5 Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien.
Kostenschnitt geht weiter
Parallel setzt PayPal die Restrukturierung fort. Gut 2.000 weitere Mitarbeiter sollen gehen, ein Viertel der Management-Positionen entfällt. Das Unternehmen peilt über die nächsten zwei bis drei Jahre Einsparungen von mindestens 1,5 Milliarden Dollar brutto pro Jahr an.
CEO Enrique Lores sieht die Strategie erste Früchte tragen. Es bleibe aber noch Arbeit, sagte er.
Die Börse blieb skeptisch. Vorbörslich gab die Aktie zeitweise gut vier Prozent nach, zuletzt waren die anfänglichen Gewinne wieder abgegeben, und das Papier pendelte um das Vortagsniveau. Schwaches Umsatzwachstum, sinkender Free Cashflow und eine geringere GAAP-Marge wiegen offenbar schwerer als die höhere Gewinnprognose und die Dividendenpremiere.
Den Zahlungsstrom der Dividende gibt es erstmals am 24. Dezember. Bis dahin liefert das vierte Quartal den nächsten Test, ob PayPal die in Aussicht gestellten 1,43 Dollar je Aktie erreicht.
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