PayPal kommt nicht zur Ruhe. Ein enttäuschender Quartalsbericht, ein plötzlicher Chefwechsel und kassierte Prognosen haben das Vertrauen der Anleger massiv erschüttert. Die Aktie markierte gestern neue Tiefststände – die Probleme beim einstigen Fintech-Pionier scheinen tiefer zu liegen als gedacht.
- Kurssturz: Aktie handelt nahe 12-Monats-Tief nach 23 % Verlust seit Monatsbeginn.
- Führungswechsel: CEO Alex Chriss muss gehen, HP-Chef Enrique Lores übernimmt.
- Ausblick: Gewinnprognose für 2026 deutlich unter Markterwartungen.
Vertrauensverlust an der Wall Street
Die Talfahrt der PayPal-Aktie setzte sich am Donnerstag fort und drückte den Kurs auf ein neues 12-Monats-Tief. Seit der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 2. Februar hat das Unternehmen rund 23 Prozent an Börsenwert eingebüßt. Der Kursrutsch auf gut 40 Dollar spiegelt die wachsende Skepsis der Investoren wider.
Analysten reagierten prompt auf die jüngsten Entwicklungen. Rothschild & Co senkte das Kursziel radikal von 50 auf 32 Dollar und behielt die Verkaufsempfehlung bei. Auch Wells Fargo reduzierte den fairen Wert deutlich auf 48 Dollar. Das Handelsvolumen bleibt hoch, da viele Großanleger ihre Positionen neu bewerten.
Operative Schwäche offenbart
Auslöser der Verkaufswelle sind die schwachen Fundamentaldaten. Mit einem Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn von 1,23 Dollar je Aktie verfehlte der Zahlungsdienstleister im vierten Quartal die Erwartungen der Wall Street.
Besonders alarmierend ist die Entwicklung im Kerngeschäft: Das Wachstum beim wichtigen „Branded Checkout“ – also der klassischen PayPal-Bezahlfläche – schrumpfte auf magere 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Finanzvorständin Jamie Miller räumte ein, dass insbesondere Kunden mit mittlerem und geringerem Einkommen unter Druck stehen. Dieser Rückgang wiegt schwer, da das klassische Geschäft profitabler ist als die reine Zahlungsabwicklung im Hintergrund.
Führungschaos und Strategiekritik
Inmitten dieser operativen Schwäche sorgt ein überraschender Personalwechsel für zusätzliche Unruhe. Der Vorstand setzte CEO Alex Chriss nach nur zweieinhalb Jahren vor die Tür und begründete dies ungewöhnlich offen damit, dass das Umsetzungstempo nicht den Erwartungen entsprach. Ab dem 1. März soll Enrique Lores, bisheriger CEO von HP, das Ruder übernehmen.
Die Kritik an der bisherigen Strategie wird lauter. Der ehemalige PayPal-Präsident David Marcus kommentierte die Lage auf der Plattform X scharf: Das Unternehmen habe seinen „Produkt-Vorteil“ verloren und Marktanteile kampflos an Rivalen abgetreten, weil man Finanzoptimierung über Produktüberzeugung gestellt habe.
Düstere Aussichten
Die kurzfristigen Perspektiven bieten wenig Hoffnung auf schnelle Besserung. Statt des von Analysten erhofften Wachstums von rund 8 Prozent stellt das Management für 2026 lediglich einen stagnierenden oder sogar leicht rückläufigen Gewinn in Aussicht. Die langfristigen Ziele für 2027 wurden komplett gestrichen. Parallel dazu haben mehrere US-Kanzleien Untersuchungen wegen möglicher Verstöße gegen das Wertpapierrecht im Zusammenhang mit den jüngsten Enthüllungen eingeleitet.
Anleger blicken nun auf den 1. März: Der Amtsantritt von Enrique Lores markiert den nächsten entscheidenden Termin. Er muss zügig einen glaubwürdigen Plan vorlegen, wie PayPal gegen die übermächtige Konkurrenz von Apple und Google bestehen und die Margen stabilisieren will.
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