PayPal Aktie: Piper Sandler hebt Ziel auf 59 Dollar
Piper Sandler hebt das Kursziel für PayPal auf 59 US-Dollar an, bleibt aber bei 'Neutral'. Grund sind die laufenden Übernahmeverhandlungen mit Stripe und Advent International.

Kurz zusammengefasst
- Kurszielsprung um 40,5 Prozent
- Rating bleibt bei 'Neutral'
- Übernahmepoker mit Stripe und Advent
- Abgelehntes Angebot von 60,50 Dollar
Während der Übernahmepoker um PayPal in eine neue Runde geht, meldet sich am heutigen Montag ein Analysehaus mit einer bemerkenswerten Kurszieländerung zu Wort. Piper Sandler hebt die Zielmarke für die PayPal-Aktie von 42 auf 59 US-Dollar an – ein Sprung von rund 40,5 Prozent.
Am Rating ändert sich dabei nichts: Die Analysten bleiben bei „Neutral“. Begründet wird die Anpassung mit den Berichten über Übernahmegespräche mit einem Konsortium aus Stripe und dem Finanzinvestor Advent International, wie das Wall Street Journal berichtete.
Abgelehntes Angebot als Bewertungsanker
Piper Sandler orientiert sich damit an genau jener Zahl, die derzeit den gesamten Übernahmestreit prägt: PayPal hatte ein Angebot von 60,50 Dollar je Aktie, entsprechend einer Bewertung von rund 53 Milliarden Dollar, im Juli abgelehnt. Das Unternehmen hält den Preis für zu niedrig und verhandelt seither über eine höhere Offerte.
Dass das neue Kursziel der Analysten mit 59 Dollar knapp unter dem abgelehnten Gebot liegt, unterstreicht, wie stark die Übernahmefantasie inzwischen die fundamentale Bewertung überlagert – ein reines „Neutral“-Rating trotz Kurszielsprung ist ein klares Signal, dass die Analysten dem Deal selbst noch nicht trauen.
Ein Abschluss könnte laut Berichten in wenigen Wochen stehen. Verhandlungspartner Advent verwaltet nach Angaben aus den Berichten ein Vermögen von über 90 Milliarden Dollar, Stripe wird mittlerweile mit etwa 159 bis 171 Milliarden Dollar bewertet – je nach Quelle schwanken die Angaben leicht, da Stripe parallel auch bei der Übernahme des KI-Startups OpenRouter für mehr als 7 Milliarden Dollar aktiv ist.
Sollte der PayPal-Deal zustande kommen, entstünde laut Berichten ein kombinierter Zahlungsverkehrs-Riese mit einem jährlichen Transaktionsvolumen von etwa 3,7 Billionen Dollar. PayPal selbst verarbeitet über 440 Millionen aktive Konten rund 2 Billionen Dollar pro Jahr.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigt sich die Aktie trotz der Kurszielanhebung heute mit leichten Verlusten von 0,8 Prozent bei 52,79 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat das Papier dagegen um 6,7 Prozent zugelegt – die Übernahmespekulation trägt den Kurs seit Wochen.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 70,78 Euro, erreicht Ende Oktober vergangenen Jahres, ist die Aktie mit einem Abstand von 25 Prozent aber noch weit entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 32,42 Euro, das erst im Februar markiert wurde, beträgt der Abstand hingegen satte 63 Prozent.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Piper Sandler traut PayPal preislich deutlich mehr zu als noch vor der Übernahmemeldung, verweigert aber ein positives Rating – ein Hinweis darauf, dass die Analysten die Aktie primär als Spekulationsobjekt auf einen möglichen Deal sehen, nicht als Kauf auf fundamentaler Basis.
Solange die Verhandlungen mit Stripe und Advent offen bleiben, dürfte diese Spannung zwischen Kursziel und Rating charakteristisch für die Einschätzungen zur Aktie bleiben.
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