PayPal Aktie: Systemausfall erschüttert Vertrauen

Ein technischer Vorfall bei PayPal führte zum Stopp von Zahlungen im Wert von 10 Milliarden Euro durch deutsche Banken. Der Ausfall offenbarte Schwächen während einer laufenden 300-Millionen-Dollar-Umstrukturierung.

Kurz zusammengefasst:
  • Betrugserkennungssysteme versagten bei Transaktionen
  • Deutsche Banken blockierten Zahlungsverkehr
  • Umstrukturierung mit 300 Millionen Dollar läuft
  • Aktie verliert nach Vorfall weiter an Wert

Ein Albtraum für jeden Zahlungsdienstleister wurde diese Woche bei PayPal zur Realität: Deutsche Banken stoppten Transaktionen im Wert von rund 10 Milliarden Euro, weil die Betrugserkennungssysteme des Konzerns versagten. Der Vorfall am Montag offenbarte gravierende Schwächen in der Technologie-Infrastruktur – ausgerechnet während PayPal mitten in einem 300 Millionen Dollar schweren Umbau steckt. Kann der Zahlungsriese das Vertrauen zurückgewinnen?

Chaos im deutschen Bankensystem

Was am 27. August als technisches Problem begann, entwickelte sich schnell zu einer europaweiten Krise. Deutsche Banken sahen sich gezwungen, PayPal-Transaktionen zu blockieren, nachdem dessen Sicherheitssysteme bei der Betrugserkennung versagt hatten. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung konnten potenzielle Betrugsfälle nicht ordnungsgemäß identifiziert werden.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde über die Vorfälle informiert, während der Deutsche Sparkassen- und Giroverband von „erheblichen Auswirkungen auf Zahlungstransaktionen“ in ganz Europa sprach. Erst am Donnerstag bestätigte PayPal, „eng mit Bankpartnern zusammenzuarbeiten“, um alle berechtigten Händlertransaktionen vollständig zu erstatten.

Probleme häufen sich unter CEO Chriss

Der deutsche Zahlungsstopp trifft PayPal zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Unter CEO Alex Chriss durchläuft das Unternehmen gerade die größte Umstrukturierung seiner Geschichte: 300 Millionen Dollar fließen in eine „großangelegte Initiative“ zur Modernisierung der Technologie-Infrastruktur, die 18 bis 42 Monate dauern soll.

Bereits im zweiten Quartal wurden 95 Millionen Dollar an Umbaukosten verbucht. Trotz besserer Gewinnzahlen als erwartet – der Nettoumsatz stieg um 5% auf 8,3 Milliarden Dollar – brach die Aktie nach den Quartalszahlen Ende Juli um 8% ein. Investoren sorgen sich um das schwächelnde Wachstum bei der Marken-Checkout-Funktion, das von 6% auf 5% zurückging.

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Regulatoren werden nervös

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf Europas Abhängigkeit von US-amerikanischen Zahlungsdienstleistern und deren Systemstabilität. Die deutsche Bankenaufsicht verfolgt die Entwicklungen mit Argusaugen, während in Brüssel bereits über schärfere Regulierung für Zahlungssysteme diskutiert wird.

Das operative Versagen untergräbt PayPals Glaubwürdigkeit als zuverlässiger Partner – besonders problematisch in einem Markt, der auf Vertrauen basiert. Wachstumsbereiche wie Venmo (plus 20% Umsatzwachstum im Q2) und Buy-Now-Pay-Later können diese Reputationsschäden kaum kompensieren.

Die Aktie büßte nach Bekanntwerden des deutschen Zahlungsstopps weitere 1,9% ein und verstärkt damit den Abwärtstrend des laufenden Jahres. Ob der 300-Millionen-Dollar-Umbau die grundlegenden Systemschwächen beseitigen kann, bleibt fraglich – Zeit ist jedenfalls ein knappes Gut für PayPal.

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