PepsiCo Aktie: Baja-Blast-Wette?
Die Vereinbarung sichert PepsiCo einen bestehenden Absatzkanal; finanzielle Konditionen und zusätzlicher Gewinnbeitrag bleiben offen.

Kurz zusammengefasst
- Taco-Bell-Partnerschaft bis 2036 verlängert
- BofA schätzt KFC-Umsatzlücke auf 500 Millionen US-Dollar
- Nordamerikanisches Getränkevolumen sank um zwei Prozent
- Neue Getränkekategorien sind geplant
PepsiCo gewinnt nach dem Verlust des US-Getränkegeschäfts mit KFC Planungssicherheit bei Taco Bell. Die gestern vereinbarte Verlängerung um elf Jahre bis 2036 schützt einen wichtigen Absatzkanal. Sie ersetzt allerdings nicht die wegfallenden KFC-Erlöse: Der Vertrag setzt eine bestehende Partnerschaft fort und ist kein neu gewonnenes Geschäft.
An der Börse kam die Nachricht dennoch gut an. Die PepsiCo-Aktie legte gestern um 3,3% zu. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen nebeneinander: langfristig gesicherte Nachfrage bei Taco Bell und ein bevorstehender Umsatzverlust bei KFC.
KFC hinterlässt eine messbare Lücke
Wie groß dieser Rückschlag ausfallen könnte, beziffern die Analysten von BofA. Reuters zufolge schätzen sie den wegfallenden jährlichen PepsiCo-Umsatz auf rund 500 Mio. US-Dollar. Das entspreche etwa 3% des Konzentratumsatzes von Pepsi Beverages North America.
KFC will die Getränkeversorgung seiner US-Restaurants ab Januar 2027 auf Coca-Cola umstellen. Bis Frühjahr 2027 soll der Wechsel abgeschlossen sein. Die Taco-Bell-Verlängerung verhindert somit einen weiteren Verlust im Restaurantgeschäft, beseitigt aber nicht die bereits angekündigte Belastung.
Dabei trifft der Wechsel auf ein ohnehin schwächeres Mengengeschäft. PepsiCos organisches Getränkevolumen in Nordamerika sank im jüngsten Quartal um 2%. Ein langfristig gebundener Restaurantpartner ist vor diesem Hintergrund vor allem eine Absicherung des bestehenden Absatzes.
Neue Produkte sollen Wachstum ermöglichen
Die Vereinbarung umfasst teilnehmende Taco-Bell-, Taco-Bell-Cantina- und Live-Más-Cafe-Standorte in den USA. PepsiCo bleibt außerdem Getränkepartner in Kanada, Großbritannien, Irland und Thailand. Zum Angebot gehören weiterhin Pepsi, Pepsi Zero Sugar, Mountain Dew und Starry sowie die exklusiven Baja-Sorten.
Über die reine Belieferung hinaus wollen die Partner neue Getränkekategorien entwickeln. Geplant sind individuell zusammengestellte Getränke, funktionale Angebote und Energy-Getränke. Damit sollen unter anderem jüngere Kunden sowie zusätzliche Anlässe am Morgen und Nachmittag angesprochen werden. Konkrete Produkte und Einführungstermine wurden nicht genannt.
Die wirtschaftlichen Ambitionen sind erheblich: Taco Bell strebt bis 2030 einen Getränkeumsatz von 5 Mrd. US-Dollar an. Baja Blast ist bereits eine Marke mit 1 Mrd. US-Dollar Umsatz. Diese Größen zeigen das Potenzial gemeinsamer Produkte, sind aber nicht mit zusätzlichen Erlösen für PepsiCo gleichzusetzen.
Vertragssicherheit ist noch kein Gewinnsprung
Auch bei Speisen soll die Zusammenarbeit weitergehen. Für 2027 sind neue Varianten der Doritos Locos Tacos angekündigt. Die Partnerschaft reicht damit über den Ausschank bekannter Getränke hinaus und bietet Ansatzpunkte für gemeinsame Produktentwicklungen.
Für die Bewertung der Aktie bleibt die finanzielle Wirkung des Vertrags offen. Die Unternehmen veröffentlichten weder finanzielle Konditionen noch einen Gewinnbeitrag. Belastbar ist deshalb zunächst die Absicherung eines bestehenden Vertriebskanals. Ob daraus zusätzliches Wachstum entsteht, hängt von der Umsetzung der angekündigten Angebote ab — während der KFC-Umsatzverlust separat zu bewältigen bleibt.
Stand heute, 23. Oktober: PepsiCo – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in PepsiCo investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.