Petrobras Aktie: Pemex-Kooperation im Golf von Mexiko
Petrobras erschließt mit Pemex den Golf von Mexiko und sichert sich langfristig Offshore-Schiffe. Die Aktie legt seit Jahresbeginn um 44 Prozent zu.

Kurz zusammengefasst
- Tiefsee-Erkundung mit Pemex vereinbart
- Zweijähriger Vertrag für Solstad-Schiff
- Shuttle-Tanker bis 2034 gebunden
- Aktienkurs seit Januar stark gestiegen
Der brasilianische Energiekonzern Petrobras weitet seine internationalen Aktivitäten und seine maritime Infrastruktur deutlich aus. Im Zentrum stehen eine neue technologische Partnerschaft mit dem mexikanischen Staatskonzern Pemex sowie die langfristige Sicherung spezialisierter Schiffskapazitäten für die kommenden Jahre.
Kooperation mit Pemex im Golf von Mexiko
Petrobras und Pemex haben eine weitreichende Zusammenarbeit zur Erkundung von Tiefseeformationen im Golf von Mexiko vereinbart. Ziel der Kooperation vor der Küste von Campeche ist die Erschließung von rund 160 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten. Dies stellt die erste Bohrung dieser Art für Petrobras außerhalb des brasilianischen Heimatmarktes dar. Die Partner greifen dabei auf Daten einer früheren Pemex-Bohrung aus einer Tiefe von 25.600 Fuß zurück, die damals unproduktiv geblieben war.
Obwohl die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum ihre Teilnahme an der feierlichen Unterzeichnung am Mittwoch absagte, wurde das Abkommen durch Delegationen von Pemex und dem mexikanischen Energieministerium formalisiert.
Neben der Tiefsee-Exploration umfasst die Vereinbarung den Austausch von technischem Know-how für bereits erschlossene Felder sowie für den Bereich der Bioenergie. Damit festigt Petrobras seine Rolle als Technologieführer in anspruchsvollen maritimen Förderumgebungen.
Ausbau der Offshore-Infrastruktur
Parallel zur geografischen Ausweitung sichert sich das Unternehmen zusätzliche Kapazitäten auf dem brasilianischen Festlandsockel. Solstad Maritime erhielt am gestrigen Mittwoch einen zweijährigen Vertrag für das Schiff Normand Valiant, der im vierten Quartal 2026 beginnen soll. Das Schiff ist mit einem spezialisierten Walk-to-Work-System ausgestattet und bietet Unterkünfte für 120 Personen. Der Vertragswert für diese Logistikdienstleistung wird auf rund 62 Millionen US-Dollar beziffert.
Ein weiteres Zeichen für die langfristige Strategie ist die Bindung des Shuttle-Tankers Hedda Knutsen. Wie aus Meldungen von KNOT Offshore Partners hervorgeht, wird das Schiff mit einer Kapazität von 154.000 Tonnen bis mindestens November 2034 für Petrobras in Brasilien im Einsatz bleiben.
Der Vertrag beinhaltet zudem eine Option auf eine Verlängerung um weitere fünf Jahre, was die Stabilität der logistischen Kette für den Abtransport der geförderten Rohstoffe untermauert.
Marktreaktion und Kursniveau
An der Börse spiegeln sich die operativen Fortschritte in einem positiven Jahrestrend wider. Seit Jahresbeginn konnte das Papier um 44 Prozent zulegen. Am gestrigen Mittwoch schloss die Aktie im europäischen Handel bei 7,08 Euro. Damit notiert der Wert weiterhin stabil über wichtigen charttechnischen Marken und hält einen Abstand von 7,7 Prozent zum gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage.
Während die operativen Nachrichten die langfristige Perspektive stützen, bleibt das regulatorische Umfeld in Brasilien ein Fokuspunkt für Investoren. Aktuelle Daten der Finanzbehörde Receita Federal zeigen, dass die staatlichen Einnahmen aus der Quellensteuer auf Dividenden bis Juli bei rund 3,15 Milliarden Real lagen, was deutlich hinter den ursprünglichen Erwartungen der Regierung zurückbleibt. Dies könnte im kommenden Monat zu steuerlichen Überprüfungen führen, die auch für die Ausschüttungspolitik großer Staatskonzerne an Bedeutung gewinnen könnten.
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