Petrobras: Verzicht auf Vorkaufsrechte bei Braskem
Petrobras verzichtet auf Vorkaufsrechte und besiegelt neue Eigentümerstruktur bei Braskem mit Fonds IG4 Capital.

Kurz zusammengefasst
- Verzicht auf Vorkaufsrechte durch Petrobras
- Gleichberechtigte Kontrolle mit IG4 Capital
- Milliardenschwere Lieferverträge als Basis
- Quartalszahlen Ende April erwartet
Jahrelang suchte Braskem einen neuen Mehrheitseigentümer — jetzt rückt der Abschluss greifbar nah. Petrobras hat am 23. April offiziell auf seine Vorkaufs- und Mitveräußerungsrechte verzichtet und parallel einen neuen Gesellschaftervertrag mit dem Fonds Shine I FIP unterzeichnet. Der Weg für den größten Eigentümerwechsel in der Geschichte des brasilianischen Petrochemiekonzerns ist damit weitgehend frei.
Gemeinsame Kontrolle statt Alleingänge
Der neue Aktionärsvertrag zwischen Petrobras und Shine I FIP — dem Vehikel des auf Distressed Assets spezialisierten Managers IG4 Capital — sieht eine gleichberechtigte gemeinsame Kontrolle vor. Beide Seiten ernennen gleich viele Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder; alle wesentlichen Beschlüsse auf Gesellschafter- und Boardebene erfordern Konsens. Petrobras behält seinen Anteil von 36,1 Prozent am Gesamtkapital, was 47 Prozent der Stimmrechte entspricht.
Wirksam wird das Abkommen erst mit dem tatsächlichen Vollzug der Transaktion. Dafür fehlt noch die gerichtliche Genehmigung — kartellrechtlich ist der Deal bereits grünes Licht. Ferner muss Braskem dem Vertrag als zustimmende Partei beitreten, wofür der Aufsichtsrat noch votieren muss.
Novonors langer Weg zum Ausstieg
Hinter dem Deal steckt eine jahrelange Restrukturierungsgeschichte. Novonor — das unter neuem Namen firmierende Rumpfunternehmen des insolventen Odebrecht-Konzerns — steht seit 2019 unter Gläubigerschutz. Mehrere Verkaufsprozesse scheiterten, bevor IG4 Capital mit einer Schuldenumwandlungsstruktur zum Zug kam. Die Novonor-Tochter NSP Investimentos verkauft 50,1 Prozent der Stimmrechtsanteile und 34,3 Prozent des Gesamtkapitals an Shine I FIP — für IG4 das größte Einzelinvestment der Unternehmensgeschichte.
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Milliardenschwere Lieferverträge als Klammer
Die Verflechtung zwischen Petrobras und Braskem geht weit über Beteiligungsstrukturen hinaus. Zwei langfristige Lieferverträge bilden das kommerzielle Rückgrat: ein Naphtha-Liefervertrag im Volumen von 11,3 Milliarden Dollar sowie ein weiterer Vertrag über Flüssiggase wie Ethan, Propan und Wasserstoff im Wert von 5,6 Milliarden Dollar. Wie Petrobras diese Lieferverpflichtungen künftig mit der neuen Co-Governance-Rolle in Einklang bringt, wird Investoren beschäftigen.
Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 56 Prozent zugelegt und notiert aktuell bei 7,79 Euro — knapp vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von Mitte April.
Quartalszahlen rücken näher
Die Governance-Neuordnung fällt in eine ohnehin aufmerksamkeitsstarke Phase. Am 30. April veröffentlicht Petrobras seinen Produktions- und Verkaufsbericht für das erste Quartal 2026, am 11. Mai folgen die vollständigen Finanzergebnisse. Einen Tag später, am 12. Mai, präsentiert das Management die Zahlen per Webcast auf Portugiesisch mit englischer Simultanübersetzung. Parallel läuft ein auf der jüngsten Hauptversammlung verabschiedetes Investitionsprogramm von umgerechnet rund 114 Milliarden Reais an, das schwerpunktmäßig auf die Presalz-Exploration zielt — eine Größenordnung, die den finanziellen Spielraum für weitere strategische Schritte bei Braskem mitbestimmt.
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