PFISTERER Aktie: 1,11 Euro EPS schlägt 0,86 Euro

PFISTERER übertrifft Erwartungen mit starkem Halbjahr, doch der Aktienkurs fällt. Rekordauftragsbestand sichert Wachstum bis 2027.

Eduard Altmann ·
Abstrakte Darstellung von Energietechnik und industrieller Infrastruktur in professionellem, modernem Stil. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzplus von 20 Prozent
  • Gewinn je Aktie übertrifft Prognosen
  • Rekordauftragsbestand von 340 Millionen
  • Aktie trotzdem unter Druck

Der Kabelspezialist PFISTERER meldete am Mittwoch Halbjahreszahlen, die operativ kaum Wünsche offenlassen. Der Konzernumsatz kletterte in den ersten sechs Monaten 2026 um 20,2 Prozent auf 256,7 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA legte überproportional um 32,7 Prozent auf 52,4 Millionen Euro zu. Die Marge verbesserte sich von 18,5 auf 20,4 Prozent. Dennoch bewegt sich die Aktie seit der Vorlage in einer sichtlich angespannten Verfassung.

Ergebnis übertrifft Erwartungen deutlich

Im zweiten Quartal erzielte PFISTERER ein Ergebnis je Aktie von 1,11 Euro und lag damit klar über der Marktschätzung von 0,86 Euro. Für das gesamte Halbjahr stieg das Periodenergebnis um 75,9 Prozent auf 38,3 Millionen Euro. Damit wächst der Gewinn deutlich schneller als der Umsatz – ein Beleg dafür, dass die Effizienzprogramme des Unternehmens greifen. Die Mitarbeiterzahl stieg im gleichen Zeitraum nur um 9,6 Prozent, deutlich weniger als der Umsatz zulegte.

Besonders bemerkenswert ist der Auftragsbestand: Zum 30. Juni erreichte er mit 340,3 Millionen Euro einen Rekordwert, nach 312,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Management verweist darauf, dass dieser Bestand eine hohe Visibilität für profitables Wachstum bis 2027 biete. Die Konzernführung bestätigte zudem die Jahresprognose mit einem Umsatzwachstum von 12 bis 17 Prozent sowie die Mittelfristziele bis 2030.

Kursreaktion passt nicht zu den Zahlen

Trotz dieser starken operativen Basis hat sich die Aktie zuletzt spürbar von ihren Höchstständen entfernt. Am Freitag schloss das Papier bei 73,20 Euro, nach einem Tagesplus von 2,0 Prozent – auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 10 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 8,4 Prozent.

Zum 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro, erreicht im Mai, fehlen der Aktie inzwischen 36 Prozent. Vom 200-Tage-Durchschnitt bei 81,51 Euro notiert das Papier ebenfalls deutlich entfernt, ein Zeichen dafür, dass der mittelfristige Trend angeschlagen ist.

Ein Grund für die Zurückhaltung der Anleger dürfte die Entwicklung des Auftragseingangs sein, der sich im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr abschwächte – von 290,2 Millionen Euro auf 263,0 Millionen Euro.

Auch wenn der Rekord-Auftragsbestand das Wachstum bis 2027 absichert, wertet der Markt die nachlassende Neugeschäftsdynamik offenbar als Warnsignal für die Zeit danach. Die hohe annualisierte Volatilität von 57 Prozent zeigt, wie nervös der Handel mit dem Titel derzeit verläuft.

Blick nach vorn

Kommende Woche, am 25. August, tritt PFISTERER bei der virtuellen Investorenkonferenz „mwb German Select VIII“ auf und dürfte dort die Diskrepanz zwischen starken Zahlen und schwacher Kursentwicklung adressieren.

Die nächste Standortbestimmung liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die für den 18. November angesetzt ist. Bis dahin bleibt der Rekordauftragsbestand die zentrale Verteidigungslinie des Managements gegen die Skepsis des Marktes.

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PFISTERER Aktie

70,45 EUR

– 2,05 EUR -2,83 %
KGV
KUV 2,46
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 1,28 Mrd. EUR
ISIN: DE000PFSE212 WKN: PFSE21

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