Pfizer Aktie: Analysten sehen Wende

Pfizer erhält ein neues Kaufvotum, da positive Studiendaten für ein monatliches GLP-1-Medikament und Fortschritte in der Pipeline die Hoffnung auf eine Wende jenseits des Covid-Geschäfts nähren.

Kurz zusammengefasst:
  • Argus Research stuft Pfizer auf 'Buy' hoch
  • Positiver Studienausblick für monatliches GLP-1-Präparat
  • Umsatzrückgang bei Covid-Produkten erwartet
  • Aktie zeigt sich stabil mit Plus seit Jahresbeginn

Pfizer steht am heutigen Freitag im doppelten Fokus der Anleger. Neben der routinemäßigen Dividendenzahlung sorgt vor allem ein frisches Kaufvotum für neue Zuversicht bei dem Pharmariesen. Während die Einnahmen aus dem Covid-Geschäft weiter sinken, richtet sich die Hoffnung nun auf konkrete Fortschritte in der Medikamenten-Pipeline, die den Konzern neu bewerten lassen könnten.

Analysten brechen das Schweigen

Der entscheidende Impuls der Woche kommt von Argus Research. Die Analysten haben ihre Zurückhaltung aufgegeben und das Rating für Pfizer von „Hold“ auf „Buy“ angehoben, verbunden mit einem Kursziel von 35,00 US-Dollar. Dieser Schritt ist bemerkenswert, da er sich deutlich vom breiten Marktkonsens abhebt. Der Großteil der Experten verharrt weiterhin in einer abwartenden Haltung, wobei das durchschnittliche Kursziel derzeit lediglich bei gut 28 Dollar liegt. Die Aufstufung signalisiert, dass Teile des Marktes beginnen, über die aktuellen strukturellen Probleme hinauszuschauen.

Pfizer

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Hoffnungsträger Adipositas-Pipeline

Hinter dem verbesserten Sentiment steht primär die strategische Neuausrichtung im Bereich der Gewichtsreduktion. Pfizer meldete positive Daten aus der Phase-2b-Studie für seinen GLP-1-Kandidaten PF’3944. Der entscheidende Wettbewerbsvorteil gegenüber den Platzhirschen Wegovy (Novo Nordisk) und Zepbound (Eli Lilly) liegt in der Anwendungsfrequenz: Das Pfizer-Präparat muss nur einmal monatlich injiziert werden, statt wie bisher üblich wöchentlich. Diese Komfortverbesserung für Patienten könnte dem Unternehmen entscheidende Marktanteile sichern, sobald die für 2026 geplanten Phase-3-Studien anlaufen.

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Auch im Onkologie-Sektor verzeichnet der Konzern Fortschritte. Die FDA hat kürzlich den Zulassungsantrag für eine Indikationserweiterung des Hämophilie-Medikaments HYMPAVZI zur vorrangigen Prüfung angenommen.

Dividende und finanzielle Realität

Am heutigen Freitag schüttet Pfizer zudem seine Dividende für das erste Quartal aus – es ist die 349. Quartalszahlung in Folge. Diese Kontinuität unterstreicht die finanzielle Substanz des Unternehmens, auch wenn der Ausblick gemischt bleibt. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management mit einem weiteren Umsatzrückgang bei Covid-Produkten um rund 1,5 Milliarden Dollar. Hinzu kommen Patentabläufe, die ebenfalls Einnahmeausfälle in ähnlicher Höhe verursachen dürften. Die Aktie konnte sich seit Jahresbeginn dennoch stabilisieren und verzeichnet aktuell ein Plus von 6,68 Prozent.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10 im Vergleich zum Branchenschnitt von fast 19 erscheint der Titel fundamental günstig bewertet. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird nun die operative Umsetzung der angekündigten 20 Phase-3-Studien im laufenden Jahr sein, die den Wegfall der Covid-Umsätze kompensieren müssen.

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