Pfizer Aktie: Florida klagt wegen COVID-Impfstoff
Ergebnisse zu Vitiligo und Neurodermitis erweitern Pfizers Pipeline, während Klagen und Patentverfahren den Konzern beschäftigen.

Kurz zusammengefasst
- LITFULO-Studien zeigen bessere Repigmentierung
- Tilrekimig erreicht Phase-2-Studienziel
- Florida verklagt Pfizer und Albert Bourla
- Jefferies erhöht Kursziel auf 35 Dollar
Zwei positive klinische Studienergebnisse stärken die Medikamenten-Pipeline von Pfizer, während der US-Pharmakonzern gleichzeitig an juristischen Fronten gefordert bleibt. Am Freitag schloss die Pfizer-Aktie im deutschen Handel bei 24,69 Euro, was einem Tagesrückgang von 1,3 Prozent entsprach.
Signifikante Daten bei Vitiligo und Neurodermitis
Auf klinischer Ebene verzeichnete das Unternehmen wichtige Fortschritte. Am Freitag meldete Pfizer Daten aus zwei Phase-3-Studien mit LITFULO (Ritlecitinib) zur Behandlung von nichtsegmentaler Vitiligo.
Die Untersuchungen zeigten nach 52 Behandlungswochen eine statistisch signifikante Verbesserung der Repigmentierung im Gesicht sowie am gesamten Körper im Vergleich zu Placebo. Pfizer beabsichtigt, auf Basis dieser Ergebnisse weltweite Zulassungsanträge einzureichen.
Bereits am Donnerstag hatte der Konzern positive Ergebnisse für den Wirkstoffkandidaten Tilrekimig publiziert. In einer Phase-2-Studie bei atopischer Dermatitis erreichte das Prüfpräparat seinen primären Endpunkt.
Über alle untersuchten Dosierungen hinweg zeigte sich nach 16 Wochen eine signifikante Verbesserung des Hautbildes nach dem EASI-75-Standard gegenüber der Kontrollgruppe. Zusätzliche Einblicke in die Onkologie-Pipeline stehen bevor: Für den ESMO-Kongress Ende Oktober in Madrid kündigte der Konzern die Präsentation von Daten aus 45 Forschungs-Abstracts an.
Klage in Florida und anhaltende Patentstreitigkeiten
Diesen Fortschritten in der Forschung stehen neue juristische Auseinandersetzungen gegenüber. Am Donnerstag reichte Floridas Generalstaatsanwalt James Uthmeier Klage gegen Pfizer sowie CEO Albert Bourla ein.
Der Vorwurf lautet, das Unternehmen habe Verbraucher hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit seines COVID-19-Impfstoffs getäuscht. Laut Reuters wies Pfizer die Anschuldigungen zurück und betonte, die damaligen Aussagen seien zutreffend und wissenschaftlich fundiert gewesen.
Zudem wies ein Bundesrichter im Bundesstaat Delaware Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna ab, eine Patentklage der Bayer-Tochter Monsanto abzuweisen. Gegenstand des Verfahrens ist die bei den Corona-Vakzinen eingesetzte mRNA-Technologie.
Analysten heben das Kursziel an
Trotz der juristischen Belastungen äußerten sich Experten positiv zur operativen Perspektive. Das Analysehaus Jefferies hob am Freitag das Kursziel für Pfizer von $34 auf $35 an und beließ die Einstufung auf „Buy“.
Mit einem Zuwachs von 16 Prozent seit Jahresbeginn behauptet sich das Papier trotz der jüngsten Kursschwankungen in einer soliden Verfassung. Die kommenden Wochen dürften zeigen, wie stark die anstehenden Zulassungsverfahren die juristischen Risiken im Urteil der Marktteilnehmer aufwiegen können.
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