Pfizer Aktie: Tukysa rückt vor
Die FDA genehmigte Tukysa für eine frühere Brustkrebs-Behandlungslinie; Pfizers geplante Kürzungen auf Sizilien sind bislang unbestätigt.

Kurz zusammengefasst
- FDA genehmigt Tukysa für die Erstlinie
- Progressionsrisiko sinkt um 35,9 Prozent
- Schwere Leberschäden bei 3,9 Prozent
- Rund 330 Stellenstreichungen bislang unbestätigt
Pfizer erweitert den Einsatz seines Brustkrebsmedikaments Tukysa. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Substanz Tucatinib heute in Kombination mit Trastuzumab und Pertuzumab als Erhaltungstherapie in der ersten Behandlungslinie zugelassen. Parallel dazu sorgen Stellenstreichungen in Italien für Gesprächsstoff.
Zulassung für die Erstlinie
Die Freigabe gilt für Erwachsene mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs nach der Induktionstherapie. Bislang war Tukysa seit 2020 als Zweitlinienoption zugelassen. Nun rückt das Mittel in ein früheres Krankheitsstadium vor und bietet eine Erhaltungstherapie ohne Chemotherapie.
Grundlage ist die Phase-3-Studie HER2CLIMB-05 mit 654 Patienten. Das Risiko für Krankheitsprogression oder Tod sank unter Tukysa um 35,9 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 24,9 Monaten, im Placebo-Arm bei 16,3 Monaten. Das sind knapp neun Monate mehr ohne Fortschreiten der Erkrankung.
Der Gesamtüberleben-Endpunkt, ein wichtiger sekundärer Endpunkt, steht noch aus. Das bleibt der offene Punkt der Datenlage.
Leberwerte als Schwachstelle
Das Sicherheitsprofil entspricht weitgehend dem bekannten, mit einer Ausnahme: Leberschäden fielen schwerer aus. Bei 3,9 Prozent der Patienten traten schwere unerwünschte Ereignisse der Leber auf, ein Patient starb an einer medikamentös bedingten Leberschädigung. Die Zulassung trägt weiterhin eine Boxed Warning zu schwerer Hepatotoxizität, regelmäßige Leberwerte-Kontrollen sind vorgeschrieben.
Die meisten Ereignisse ließen sich laut Studie durch Dosisanpassung oder Abbruch beherrschen. Für die Marktakzeptanz im Praxisalltag dürfte das Monitoring dennoch eine Rolle spielen.
Stellenabbau auf Sizilien
Weniger erfreulich fällt die Nachricht aus Italien aus. Pfizer will am Standort auf Sizilien rund 330 Stellen streichen, wie italienische Gewerkschaften mitteilten. Das entspricht etwa 60 Prozent der 550 Beschäftigten. Ein Treffen mit dem Industrieministerium in Rom brachte am Dienstagabend keine Einigung. Eine formelle Bestätigung von Pfizer liegt bislang nicht vor.
Der Dialog geht weiter: Industrieminister Adolfo Urso will das Werk am 23. Oktober besuchen, am 10. November folgen neue Gespräche zwischen Pfizer und dem Ministerium. Dann dürfte sich zeigen, ob der Konzern an den Plänen in dieser Form festhält.
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