PG&E Aktie: Zwei Kursziel-Senkungen an einem Tag

Wells Fargo und BMO reagieren mit tieferen Kurszielen auf fehlende Schutzmechanismen im kalifornischen Wildfire-Gesetzentwurf SB492.

Dr. Robert Sasse ·

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Analysehäuser reduzieren ihre Kursziele
  • SB492 lässt zentrale Schutzvorkehrungen vermissen
  • BMO kalkuliert höhere Haftungsrisiken ein
  • Gewinnprognosen bleiben unverändert

Ein Gesetzentwurf sollte PG&E aus der Wildfire-Falle helfen. Er tut es nicht — und zwei Analysehäuser reagieren am selben Tag mit Kürzungen ihrer Kursziele.

Wells Fargo stuft die Aktie von „Overweight“ auf „Equal Weight“ zurück und senkt das Kursziel von 25 auf 24 Dollar. BMO Capital geht weiter: Herabstufung auf „Market Perform“, Kursziel von 28 auf 21 Dollar gekappt. Beide Häuser begründen den Schritt mit demselben Auslöser: Der kalifornische Gesetzentwurf SB492 bleibt hinter den Erwartungen der Investoren zurück.

Was SB492 nicht liefert

Der Entwurf sollte die Haftungsrisiken kalifornischer Versorger für Waldbrandschäden begrenzen. Konkret fehlen laut den Analysten drei Elemente: ein Mechanismus zur Wiederauffüllung des staatlichen Wildfire-Fonds nach dessen Erschöpfung, ein Haftungsdeckel von 6 Milliarden Dollar pro Ereignis und eine Verlängerung der aktuell für 2028 vorgesehenen Fondslaufzeit.

PG&E selbst äußerte sich bereits am Wochenende kritisch. Das Unternehmen erklärte, die Gesetzesänderung helfe zwar Waldbrand-Betroffenen kurzfristig, schaffe aber keine dauerhafte Lösung für die Finanzierungsrisiken des bestehenden Haftungsrahmens.

BMO zieht daraus die härtere Konsequenz: Die Bank rechnet nun mit unbegrenzten Waldbrandhaftungen über das Jahr 2030 hinaus und erhöht den geschätzten Bewertungsabschlag für PG&E-Aktien von 6 auf 10 Dollar pro Aktie. Die Aktie notierte zuletzt bei 16,60 Dollar — laut BMO ein deutlicher Abschlag zum Sektor, gemessen am rund achtfachen Gewinnmultiplikator.

Die Bandbreite der Szenarien

Trotz der Herabstufungen bleiben beide Kursziele über dem aktuellen Kurs. Was die Unsicherheit aber wirklich zeigt, ist die Streuung der Szenarien, die BMO durchrechnet: Im negativen Fall — ungünstige Waldbrand- und Regulierungsentwicklung — sieht die Bank die Aktie bei 3 Dollar. Käme 2027 doch noch eine konstruktive Reform, wären 35 Dollar möglich. Der Basisfall liegt bei 21 Dollar.

Operativ ändert sich für BMO wenig: Die Gewinnschätzungen je Aktie bleiben bei 1,65 Dollar für 2026, 1,82 Dollar für 2027 und 1,98 Dollar für 2028 unverändert. Die Abstufung ist also ein Risikoaufschlag, keine Reaktion auf schwächere Geschäftszahlen.

Beide Häuser erwarten dennoch, dass das Management auf den Kursdruck reagiert. Wells Fargo hält Aktienrückkäufe von jährlich 700 bis 800 Millionen Dollar bis 2030 für möglich, sofern PG&E das Wachstum der Vermögensbasis bremst. BMO favorisiert stattdessen eine höhere Dividende — mit einem möglichen Wert von etwa 0,50 Dollar je Aktie im Jahr 2027 — kombiniert mit zusätzlichen Rückkäufen.

Ohne sichtbare Fortschritte bei der Reform des Haftungsrahmens dürfte die Aktie nach Einschätzung von BMO in ihrer aktuellen Spanne verharren — trotz des rechnerischen Aufwärtspotenzials zu den genannten Kurszielen.

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PG&E Aktie

11,50 EUR

– 3,70 EUR -24,34 %
KGV 12,97
Sektor Versorgungsunternehmen
Div.-Rendite 0,97 %
Marktkapitalisierung
ISIN: US69331C1080 WKN: 851962

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