Planet Labs: 25-Prozent-Crash nach 1,5-Mrd-ATM
Trotz Umsatzplus von 42 Prozent bricht der Kurs von Planet Labs aufgrund eines milliardenschweren Aktienprogramms ein. Analysten bleiben optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Kurssturz von 25 Prozent am Freitag
- 1,5 Milliarden schweres Aktienprogramm angekündigt
- Umsatz steigt auf 94,2 Millionen Dollar
- Auftragsbestand wächst um 72 Prozent
Rekordumsätze und volle Auftragsbücher reichen an der Börse manchmal nicht aus. Planet Labs erlebte am Freitag einen massiven Kurssturz, obwohl die operativen Kennzahlen glänzten. Der Grund liegt in einer milliardenschweren Finanzierungsentscheidung, die das Vertrauen der Anleger kurzfristig erschütterte.
Marktreaktion auf 1,5-Milliarden-Programm
Die Aktie verlor am Freitag 25,13 Prozent und schloss bei 28,00 Euro. Auslöser war die Ankündigung eines „At-the-Market“-Programms (ATM) im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar. Über dieses Programm kann das Unternehmen neue Aktien direkt über den Markt verkaufen. Anleger fürchten nun eine massive Verwässerung ihrer Anteile, was den Kurs innerhalb einer Woche um fast 36 Prozent drückte.
Trotz des jüngsten Rücksetzers notiert das Papier seit Jahresbeginn noch immer rund 60 Prozent im Plus. Der aktuelle Kurs liegt jedoch deutlich unter dem im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch von 46,60 Euro. Die hohe Volatilität von annualisiert fast 110 Prozent unterstreicht die Nervosität im Sektor.
Operative Rekorde im Schatten der Finanzierung
Die operativen Erfolge traten durch die Finanzierungspläne in den Hintergrund. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 steigerte Planet Labs den Umsatz um 42 Prozent auf 94,2 Millionen US-Dollar. Besonders die Nachfrage von Regierungen und kommerziellen Kunden trieb das Wachstum an.
Der Auftragsbestand kletterte parallel dazu auf über 906 Millionen US-Dollar — ein Plus von 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Indes verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust nach GAAP von 138,9 Millionen US-Dollar. Ein Großteil davon entfiel auf eine nicht zahlungswirksame Neubewertung von Optionsscheinen in Höhe von 106,5 Millionen US-Dollar.
Ohne Sondereffekte lag der bereinigte EBITDA-Verlust lediglich bei einer Million US-Dollar. Die liquiden Mittel stiegen auf 731 Millionen US-Dollar an.
Analysten halten an Kurszielen fest
Für das laufende Geschäftsjahr bleibt das Management optimistisch. Das Umsatzziel liegt zwischen 425 und 441 Millionen US-Dollar. Beim bereinigten EBITDA strebt Planet Labs erstmals die Gewinnschwelle an.
Analysten bewerten die operative Lage weiterhin positiv. Needham erhöhte das Kursziel auf 53 US-Dollar, während Wedbush die Einstufung „Outperform“ mit einem Ziel von 50 US-Dollar bestätigte. Beide Häuser setzen auf die wachsende Bedeutung von Satellitendaten für Verteidigung und KI-Anwendungen.
Operativ untermauert Planet Labs seinen Anspruch mit dem Start neuer Pelican-Satelliten und erweiterten Verträgen mit US-Sicherheitsbehörden. Für das zweite Quartal rechnet der Vorstand mit Erlösen von bis zu 107 Millionen US-Dollar. Die Erreichung der EBITDA-Ziele im weiteren Jahresverlauf wird hierbei zum zentralen Gradmesser für das Vertrauen der Märkte.
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