Planet Labs: Analysten heben Ziel auf 53 Dollar
Analysten sehen den Kursrutsch von Planet Labs als übertrieben an und heben die Kursziele an. Das Unternehmen meldet starke Quartalszahlen und einen vollen Auftragsbestand.

Kurz zusammengefasst
- Analysten erhöhen Kursziele trotz Kursrutsch
- Starkes Umsatzplus von 42 Prozent im ersten Quartal
- Auftragsbestand klettert auf 906 Millionen Dollar
- KI-Satellitenstart und SpaceX-Börsengang als Rückenwind
Nach einem Kurseinbruch von fast 30 Prozent innerhalb einer Woche stabilisiert sich die Planet Labs-Aktie. Der Auslöser des Absturzes war eine milliardenschwere Kapitalerhöhung — nun dreht die Stimmung.
Analysten sehen Übertreibung nach unten
Craig-Hallum hat das Kursziel deutlich von 36 auf 49 Dollar angehoben und hält an der Kaufempfehlung fest. Needham und Clear Street gehen noch weiter: Beide setzen das Ziel auf 53 Dollar. Northland Capital Markets bewertet die Aktie mit „Outperform“ und einem Kursziel von 50 Dollar.
Die Botschaft ist einheitlich. Die Analysten sehen einen Bruch zwischen der operativen Entwicklung und der Marktbewertung. Das 1,5-Milliarden-Dollar-ATM-Programm hat den Kurs vom 52-Wochen-Hoch bei 46,60 Euro um mehr als 37 Prozent gedrückt. Auf aktuellem Niveau bei 29,20 Euro — ein Tagesplus von 2,82 Prozent — halten viele Beobachter die Reaktion für überzogen.
Starkes erstes Quartal, voller Auftragsbestand
Die Zahlen stützen diese Einschätzung. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erzielte Planet Labs einen Umsatz von 94,2 Millionen Dollar — ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr, über den Erwartungen. Das bereinigte EBITDA lag bei minus einer Million Dollar. Die Gewinnschwelle ist damit greifbar nah.
Besonders stark wächst das Verteidigungsgeschäft. Die Umsätze aus Rüstungsverträgen stiegen um rund 65 bis 68 Prozent. Der Auftragsbestand kletterte um 72 Prozent auf 906 Millionen Dollar. Zu den jüngsten Vertragsabschlüssen zählen eine achtstellige Vertragsverlängerung mit der National Geospatial-Intelligence Agency und eine 7,5-Millionen-Dollar-Erweiterung mit der US Navy.
KI im Orbit und europäisches Wachstum
Planet Labs treibt die technologische Aufrüstung voran. Der bevorstehende Start des Pelican-11-Satelliten integriert Nvidia-KI-Prozessoren direkt an Bord. Damit lassen sich Daten in Echtzeit im Orbit auswerten — ohne Umweg über Bodenstationen. Das Unternehmen vermarktet dies als „Sovereign Intelligence“ für Regierungskunden, vor allem in Europa. Der EMEA-Umsatz wuchs zuletzt um 86 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 plant das Management einen Umsatz zwischen 425 und 441 Millionen Dollar. EBITDA-Profitabilität soll noch im laufenden Geschäftsjahr erreicht werden.
Branchenrückenwind durch SpaceX-Börsengang
Das Marktumfeld könnte zusätzlich helfen. Der für den 12. Juni geplante Börsengang von SpaceX bei einer Bewertung von rund 1,77 Billionen Dollar dürfte als Referenzpunkt für die gesamte Satellitenbranche wirken. Institutionelle Investoren könnten das Interesse an kleineren Wettbewerbern neu bewerten.
Der RSI liegt aktuell bei 37,2 — technisch gesehen am Rand des überverkauften Bereichs. Das Kapitalerhöhungsprogramm, das den Einbruch ausgelöst hat, verschafft dem Unternehmen nun die Mittel, seinen 906-Millionen-Dollar-Auftragsbestand abzuarbeiten. Ob das die Grundlage für eine nachhaltige Erholung ist, zeigt sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen.
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