Planet Labs PBC Aktie: NASA prüft Tanager-Daten
Die NASA untersucht Datenqualität und Einsatzmöglichkeiten; ein späterer Bericht soll über den Zugang für staatlich finanzierte Forschung entscheiden.

Kurz zusammengefasst
- NASA-Auftrag für Tanager-Datenprüfung
- Mehr als 250.000 Quadratkilometer erfasst
- Über 400 Spektralkanäle bei 30 Metern
- Zugang für Forschung bleibt offen
Planet Labs bekommt Rückenwind von der US-Raumfahrtbehörde. Die Tochter Planet Labs Federal hat einen Evaluierungsauftrag im Rahmen von NASAs Commercial Satellite Data Acquisition Programm erhalten. Im Zentrum steht der Hyperspektraldatensatz des Tanager-Satelliten.
Was die NASA konkret testet
Die Behörde erwirbt Tanager-Daten für mehr als 250.000 Quadratkilometer. Sie stammen teils aus dem Archiv, teils aus neu beauftragten Aufnahmen. Geprüft werden zwei Produktstufen: die Reflexion an der Atmosphärenobergrenze (Level 1C) und die Oberflächenreflexion am Boden (Level 2A).
Die Daten liefert ein Spektrometer vom Dyson-Typ. Es misst über 400 Spektralkanäle bei 30 Metern Auflösung.
Die NASA will den Nutzen für mehrere Forschungsfelder bewerten: Atmosphärenzusammensetzung, Artenvielfalt, Hydrologie und Geologie. Hinzu kommt die schnelle Reaktion auf Ereignisse wie Waldbrände oder Überschwemmungen.
Ein Kernpunkt ist die Geschwindigkeit. Die Behörde will wissen, wie rasch sich komplexe Hyperspektralaufnahmen in forschungsfertige Datensätze verwandeln lassen, die über die Programmierschnittstellen von Planet ausgeliefert werden.
Rückenwind durch Tanager-2
Der Auftrag folgt auf den Start von Tanager-2 am 1. Oktober 2026. Eine Woche später veröffentlichte Planet das erste Bild des Satelliten, auf dem eine Methanfahne über der spanischen Costa Blanca zu erkennen ist. Das Unternehmen wertet die schnelle Veröffentlichung als Beleg für die Einsatzbereitschaft der Plattform.
Parallel läuft eine separate Bewertung des Geologischen Dienstes der USA (USGS). Sie konzentriert sich auf Leistung im Orbit und Kalibriergenauigkeit. Zudem hat Planet einen offenen Datenwettbewerb gestartet, bei dem Forscher weltweit mit den Tanager-Daten arbeiten können.
Finanzielle Details nennt das Unternehmen nicht, der Auftrag dürfte vor allem strategische Bedeutung haben. Co-Gründer Robbie Schingler betont, der Nutzen hyperspektraler Daten hänge davon ab, wie schnell Wissenschaftler sie einsetzen können. Die Evaluierung soll zudem helfen, eine neue Generation von Forschern an die Daten heranzuführen.
Am Ende veröffentlicht die NASA einen Bericht zu Datenqualität, Nutzen und möglicher Integration in die Erdbeobachtungsforschung. Auf dieser Grundlage soll entschieden werden, ob Tanager-Daten der staatlich finanzierten Wissenschaftsgemeinde zur Verfügung gestellt werden. Fällt das Urteil positiv aus, öffnet sich für Planet ein zusätzlicher Absatzkanal im Behördengeschäft.
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