Planethic Aktie: 14-Prozent-Einbruch auf 1,13 Euro
Bei Planethic Group läuft ein Eigenverwaltungsverfahren, während Anja Brachmüller fristlos ausscheidet und die Aktie 14 Prozent verliert.

Kurz zusammengefasst
- Gericht eröffnet Eigenverwaltungsverfahren
- Anja Brachmüller fristlos entlassen
- Kein Nachfolger für Vorstandsposten
- Aktie verliert seit Jahresbeginn 82 Prozent
Die Lage bei der Planethic Group AG hat sich in der vergangenen Woche drastisch zugespitzt. Nachdem das Amtsgericht Potsdam ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet hat, folgte nun eine sofortige personelle Konsequenz an der Unternehmensspitze: Das Vorstandsmitglied Anja Brachmüller wurde mit sofortiger Wirkung entlassen. An der Börse reagierten die Anleger am heutigen Mittwoch mit massiven Verkäufen, wodurch das Papier um 14 Prozent auf 1,13 Euro einbrach.
Insolvenzverfahren unter Eigenverwaltung eröffnet
Bereits am 25. August hat das Amtsgericht Potsdam den Beschluss zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Planethic Group AG gefasst. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde dabei die Eigenverwaltung angeordnet. Die Gesellschaft erlangte von dieser Entscheidung am 27. August Kenntnis. Trotz des laufenden Verfahrens wird der operative Geschäftsbetrieb fortgeführt.
Zur Überwachung der Eigenverwaltung wurde Prof. Dr. Torsten Martini als Sachwalter bestellt. Diese Form des Verfahrens bietet dem Unternehmen die Möglichkeit, die Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht weitgehend selbstständig zu gestalten.
Reuters berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Eröffnung des Verfahrens jedoch erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe sowie auf die Rechtsstellung der Inhaber von Finanzinstrumenten hat.
Fristlose Entlassung im Vorstand
Parallel zu den rechtlichen Schritten kam es am Montag zu einem tiefgreifenden Einschnitt im Management. Der Aufsichtsrat der Planethic Group AG widerrief die Bestellung von Anja Brachmüller als Vorstandsmitglied mit Wirkung zum 25. August aus wichtigem Grund. Gleichzeitig wurde ihr Anstellungsvertrag fristlos gekündigt.
Nach offiziellen Angaben wird für die vakante Position kein Nachfolger bestellt. Dass dieser Schritt zeitlich exakt mit dem gerichtlichen Beschluss zur Verfahrenseröffnung zusammenfällt, verdeutlicht die Schwere der Krise innerhalb der Unternehmensführung. Weitere Details zu den Hintergründen der Kündigung wurden unter Verweis auf den wichtigen Grund zunächst nicht öffentlich präzisiert.
Drohender Totalverlust für Aktionäre
Für die Anteilseigner der Gesellschaft verschärft sich die Situation zusehends. Medienberichten zufolge müssen Investoren bei der Planethic Group AG mit einem möglichen Totalverlust rechnen. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die gesetzlich verankerte Nachrangigkeit von Aktionärsansprüchen im Insolvenzfall. Forderungen aus der 7,5-Prozent-Anleihe 2020/2030 werden gegenüber den Ansprüchen der Aktionäre vorrangig behandelt.
Die heutige Kursreaktion unterstreicht den massiven Vertrauensverlust: Mit dem aktuellen Abschlag summiert sich das Minus seit Jahresbeginn auf einen Wertverlust von 82 Prozent. Im Vergleich zum Kursniveau vor rund zwölf Monaten hat das Papier sogar 92 Prozent an Wert eingebüßt. Angesichts einer Marktkapitalisierung von nur noch 2,99 Millionen Euro und der unklaren Sanierungsaussichten steht das Unternehmen vor einer ungewissen Zukunft.
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