Platzt die KI-Blase?
Anleger fokussieren auf Quartalsberichte als Gradmesser für überhitzte KI-Bewertungen. Saisonale Schwäche im August und September könnte folgen.

Kurz zusammengefasst
- Iran-Konflikt sorgt für Marktschwankungen
- Quartalszahlen als Blasentest für KI-Titel
- Positiver Ausblick entscheidend für Kursanstieg
- August und September historisch schwache Börsenmonate
Der bereits zu Ende geglaubte Iran-Krieg ist mittlerweile wieder zurück und sorgt an den Märkten für entsprechende Schwankungen. Wenngleich der Ölpreis direkt angesprungen ist, notiert dieser doch deutlich unter den zuletzt erreichten Jahreshöchstständen. Dies dürfte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass die Anleger offenbar davon ausgehen, dass der Friedensprozess schon bald wieder angestoßen wird. Schließlich haben sowohl die USA unter Donald Trump als auch der Iran selbst Interesse an einer Fortsetzung der Friedensverhandlungen. Allerdings darf auch davon ausgegangen werden, dass bei einer Fortsetzung der Friedensgespräche auch immer wieder ein Säbelrasseln beider Parteien zu erwarten ist.
Was bringt die Quartalszahlensaison?
Nach den teilweise beachtlichen Anstiegen einzelner KI-Titel stellt sich durchaus die berechtigte Frage, ob sich in diesem Sektor mittlerweile eine Blase gebildet hat. Entsprechend richtet sich der Blick mit Spannung auf die beginnende Quartalszahlensaison, welche in dieser Woche startet. So möchten die Anleger ihre Erwartungen gerne übertroffen sehen, so dass es für einen weiteren Anstieg in der Regel nicht reicht, wenn „nur“ die Vorgaben erfüllt werden. Darüber hinaus verdient auch der Ausblick besondere Beachtung. Bei der Vorlage der letzten Quartalszahlen konnte ein positiver Ausblick in dem einen oder anderen Fall die Anleger zu weiteren Käufen bewegen. Sollten die jeweiligen Unternehmen die Erwartungen allerdings „nur“ erfüllen oder gar verfehlen, ist ein entsprechender Rücksetzer die zu erwartende Folge. Aufgrund der vorausgegangenen Anstiege könnte dieser dann durchaus auch etwas deutlicher ausfallen.
Aktienmarkt vor saisonal schwierigem Abschnitt
Mit Blick auf den üblichen, jahreszeitlichen Verlauf zeigen sich der August und der September im langfristigen Durchschnitt als die schlechtesten Börsenmonate. Dies hat unter anderem den Hintergrund, dass die Anleger hohe Erwartungen an die Zahlen zum zweiten Quartal haben, die auch in diesem Jahr möglicherweise etwas zu optimistisch sind. Man darf daher besonders auf die kommenden Wochen gespannt sein, ob der KI-Blase damit etwas die heiße Luft entweicht.
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
http://www.Hebelzertifikate.de
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